Weimaraner
Kluger grauer Jagdgefährte

Die Rasse des Monats: Weimaraner

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Kluger grauer Jagdgefährte

Vielseitigkeit und Anhänglichkeit gehören zu den hervorstechendsten Charaktereigenschaften des Weimaraners, der ursprünglich überwiegend in der Gegend um Weimar beheimatet war. Der graue Vorstehhund verfügt nicht nur über eine ausgeprägte Jagdpassion, die durch eine ausdauernde Suche gekennzeichnet ist, sondern bringt auch alle Vorzüge eines Familienhundes mit sich – wobei die jagdliche Passion nie außer Acht gelassen werden sollte. Sein außergewöhnlich ansprechendes Äußeres hat ihm einen weltweiten Liebhaberkreis beschert. In Deutschland liegt der Weimaraner zurzeit auf Platz 40 der beliebtesten Hunderassen. Doch seine Haltung bleibt anspruchsvoll:  Weimaraner eignen sich nicht für ein Leben in einer Stadtwohnung. Sie benötigen viel Platz und ausreichend jagdliche Beschäftigung. Abgesehen von der aparten kurzhaarigen Variante, gibt es auch langhaarige Weimaraner, die jedoch seltener sind.

 

Er gehört zu den kontinentalen Vorstehhunden und ist zuchtbuchmäßig über 120 Jahre zurück verfolgbar. Seit 1891 als offizielle Rasse geführt, wird der Weimaraner seit 1897 vom Weimaraner Klub e.V. betreut. Der Schwerpunkt der Zucht lag und liegt auf dem Einsatz als Jagdhund. Kein Wunder, denn die graue Schönheit bringt viele Veranlagungen mit, die Jägerherzen höherschlagen lassen. So gelten Weimaraner nicht nur als vielseitig und leichtführig, sondern auch als klug und arbeitswillig. Ganz gleich, ob ihn der jagdliche Einsatz ins Feld, ins Wasser oder in den Wald führt: Der eifrige Jagdbegleiter glänzt sowohl bei der Arbeit vor als auch beim Einsatz nach dem Schuss.Passion ist bei Weimaranern erwünscht, jedoch sollen sie sich keinesfalls zu eifrig und temperamentvoll präsentieren. Eine hektische Arbeitsweise wäre nur hinderlich für Ausdauer, Finderwillen und Planmäßigkeit – unabdingbare Eigenschaften für einen exzellenten Jagdhund. Verbreitet ist zudem die Neigung des Weimaraners, mit tiefer Nase zu arbeiten. Diese besondere, und von Führern eines Weimaraners geschätzte Anlage, prädestiniert ihn vor allem zur Arbeit nach dem Schuss; das heißt, für die Schweißarbeit und für das Verlorenbringen. Eine für die erfolgreiche Erledigung dieser Arbeiten notwendige Wildschärfe ist also naturgemäß Zuchtziel der Rasse.

Sehr anhänglich

Wer Weimaraner kennt, weiß, dass die hübschen grauen Hunde über einige sehr spezielle Wesenszüge verfügen: Hierzu gehört eine bisweilen übertrieben erscheinende Zuneigung und Anhänglichkeit gegenüber allen Bezugspersonen. Was dem einen lieb ist, ist dem anderen vielleicht schnell lästig, deshalb sollte man sich diese Tatsache vor dem Erwerb eines Weimaraners bewusstmachen. Es gibt zahlreiche andere Jagdhunderassen, die bei weitem nicht diese Anhänglichkeit zeigen. Zur Führigkeit und leichten Abrichtbarkeit gesellt sich eine schier unermüdliche Bringfreude. Die enge Bindung an Mensch, Haus und Hof sorgt natürlich auch für eine hohe Motivation, all das zu bewachen. Somit ist die Eigenschaft als Wachhund beim Weimaraner rassetypisch, sie erfordert aber auch einen verantwortungsvollen Umgang. Der Hundeführer muss sich folglich mit viel Einfühlungsvermögen auf den eher spätreifen Hund einstellen. Bei der Erziehung ist vor allem liebevolle Konsequenz gefragt. Wer diese nicht aufbringt und stattdessen auf Härte und stupides Einhämmern bestimmter Kommandos setzt, wird erleben, wie sich der kluge Hund mittels Verweigerung dem Ausbildungspensum widersetzt. Weimaraner sind keine Hunde mit der Bereitschaft zu Kadavergehorsam. Sie möchten, dass man ihnen Respekt zollt, dann sind sie auch dazu bereit, alles für ihren Besitzer zu geben.

Zuchtziele

Die Zuchtziele waren von Anfang an klar definiert, wobei die langhaarige Variante erst 1934 auf einer Wiener Hundeausstellung gezeigt wurde. Unabhängig von der Felllänge wünschte man sich einen mittelgroßen bis großen Jagdgebrauchshund mit einer Schulterhöhe von 59 bis 70 Zentimeter (Rüden) und 57 bis 65 Zentimeter (Hündinnen). Ferner waren und sind Formschönheit, Sehnigkeit und eine kräftige Muskulatur erwünscht. Farblich reicht die attraktive Palette von Silber- über Reh- bis Mausgrau und auch Übergänge zwischen diesen Farbtönen sind erlaubt. Am Kopf und den Behängen präsentieren sich Weimaraner oft ein Quäntchen heller und manchmal sind an Brust und Zehen weiße Abzeichen zu finden.

Was die jagdlichen Eigenschaften angeht, haben Weimaraner-Züchter ebenfalls klare Vorstellungen. Der Hund soll leichtführig und passioniert sein, sich durch eine systematische und ausdauernde Suche auszeichnen. Zuviel Temperament ist allerdings nicht gerne gesehen. Weimaraner sollten ferner ein ausgezeichnetes Näschen mitbringen, das sich durch Raubwild- und Wildschärfe auszeichnet.

Ein reiner Jägerhund

Der Weimaraner Klub e.V. hat nicht nur exakte Vorstellungen von zuchtspezifischen Maximen, sondern auch vom Besitzerprofil: „Es ist einleuchtend, dass der Weimaraner auf Grund seiner Entwicklung und seiner Eigenschaften grundsätzlich in Jägerhände gehört. Nur auf einem Anwesen mit Hof und Garten zu leben, hieße, seine Anlagen verkümmern zu lassen. Er ist kein Begleithund, sondern ein Jagdhund durch und durch. Als solcher benötigt er Arbeit im praktischen Jagdbetrieb, um sein ausgeglichenes Wesen zu bewahren.“ Und man ist konsequent: Der Weimaraner-Klub e.V. gibt seine Welpen vorrangig an Jäger ab.

Weitere Informationen

Weimaraner Klub e.V.
www.weimaraner-klub-ev.de

Wie wir wurden, was wir sind

Die Wurzeln des Weimaraners liegen viele Jahrhunderte weit zurück. So stellte beispielsweise der Haus- und Hofmaler Ludwig des XIV., Jean Baptiste Oudry (1686 bis 1755), einen silbergrauen Vorstehhund dar, der mit seinen ovalen Pfoten, der kräftigen Rute und der Farbe seines Fells nur allzu sehr an den heutigen Weimaraner erinnert. Andere Stimmen behaupten, die Rasse sei um 1800 in Thüringen als Landschlag entstanden. Hinzu kommen Überlegungen, ob die Rasse schon am Hofe zu Weimar züchterisch betreut wurde.
All das mag leicht spekulativ anmuten, aber es gibt auch Meilensteine in der Geschichte des Weimaraners, an denen sich nicht rütteln lässt: „Am 20. Juni 1897 ist im Schützenhaus zu Erfurt ein Klub zur Reinzucht des silbergrauen Vorstehhundes gegründet, dem sofort 18 Mitglieder beigetreten sind“, ist dem Protokoll der Gründungssitzung des Weimaraner Klub e.V. zu entnehmen.
Weimaraner gelten als ursprünglichste deutsche Vorstehhundrasse. Ist doch der dreifarbige Württemberger – der ihnen diesen Ruf hätte streitig machen können – doch schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts ausgestorben. Eine traurige Tatsache, die von Jagdhundefreunde nach wie vor aufs Tiefste bedauert wird. Zum Glück blieb dem Weimaraner dieses Schicksal erspart, obwohl es zeitweilig auch schlecht um die Zukunft der Rasse stand. Dass das Schlimmste von der silbergrauen Schönheit abgewendet wurde, ist nicht zuletzt Robert Herber (1867-1946) zu verdanken, der sich als eifriger Förderer der Rasse erwies. Dank ihm behauptete sich der Weimaraner als eigenständige Rasse. Der Beginn der Reinzucht wird auf 1878 datiert. Der Weimaraner entwickelte sich zum vielseitigen Jagdgebrauchshund, der sein Leithunderbe (Vorfahr des Schweißhundes) in erheblicher Stärke bewahrte. Und dies erweist sich heute als sehr vorteilhaft für die Arbeit nach dem Schuss. Eine seiner Stärken ist daher auch das Finden und Nachsuchen von verunfalltem und krank geschossenem Wild.

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