Teckel
Charmeur
auf kurzen Beinen

Teckel

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Charmeur auf kurzen Beinen

Irgendwie ist er ja des Deutschen liebstes Kind. Seit über zehn Jahren rangiert der Dackel, der auch als Teckel oder Dachshund bezeichnet wird, auf Platz zwei der VDH-Welpenstatistik. Lediglich der Deutsche Schäferhund läuft ihm – allerdings mit doppelt so hoher Besetzung – den Rang ab. Dennoch bereichern bis an die 6.000 Nachwuchs-Dackel jährlich die Nation. Auch Promis schwören auf den pfiffigen Vierbeiner: Fernseh-Moderatorin Bettina Böttinger und Schlagersänger Jürgen Drews, die Sängerin Adele, Queen Elisabeth II. oder Picasso sind nur einige Beispiele aus einer großen Gruppe überzeugter Dackel-Fans.

Intelligenz, Treue, Mut, Entschlossenheit... – Man sagt Teckeln viele positive Charakter-Eigenschaften nach. In der Tat sind sie alles andere als uninteressant, die herzigen Charmeure auf den kurzen Beinen. Obendrein mangelt es ihnen nicht an Vielfältigkeit. Der kleinste deutsche Jagdhund, der gleichzeitig mit überragenden Familienhundqualitäten daherkommt, wartet in drei verschiedenen Fellarten, in vielen verschiedenen Farben, und drei Größen auf: Sie mögen es derb und bärtig? Dann dürfte ein Rauhaardackel das Herz erwärmen. Sie legen Wert auf ein pflegeleichtes Haarkleid? Das bietet der Kurzhaar-Dackel. Doch eher langhaarig und mit seidigem Haar? Wie wäre es mit einem Langhaarteckel? Schön und elegant sind sie alle.

Auch in puncto Größe bleiben keine Wünsche offen. Kaninchenteckel offerieren echtes Handtaschenformat. Zwergteckel passen vielleicht gerade eben noch hinein, während normale Teckel schon deutlich mehr Platz benötigen. So vielfältig ist die Dackelwelt.

 

 

 

Fotos: Gabriele Metz, DTK

Der Star im Dickicht

Kurzbeinige Bracken sind die Vorfahren des Teckels. Sie leisteten schon im Mittelalter wertvolle Dienste, wenn es um jagdliche Herausforderungen – insbesondere die Jagd unter der Erde – ging. Der Name Dachshund gibt Auskunft darüber, wofür der passionierte Jagdhund einst gezüchtet wurde: zum Einschliefen in den Bau von Raubwild wie Fuchs und Dachs. Auf kurzen Beinen lassen sich Dickicht und Gestrüpp nämlich ganz wunderbar durchpflügen. Die jagdlichen Qualitäten des Dackels stehen denen seiner über viele Jahrhunderte hinweg so beliebten Ahnen in nichts nach. Er geht mindestens ebenso entschlossen schwieriges Gelände an. Darüber hinaus: Seine geringe Größe und die niedrige Lauf-Geschwindigkeit – sowie sein rassentypischer Spurlaut – schonen das Wild auf der Jagd. Es zieht in der Regel vergleichsweise langsam vor ihm her und kann dadurch auch sicherer erlegt werden. Diese begehrte Eigenschaft teilt sich der Teckel übrigens mit vielen niederläufigen Jagdhunderassen wie der großen Gruppe der Schweizer Niederlaufhunde oder den vielfältigen französischen Niederlaufhunden.

Neben ihrer tollkühnen Arbeit unter der Erde, zeigen sie ausgezeichnete Arbeiten über der Erde, wie im spurlauten Jagen, im Stöbern, auf der Wundfährte und teilweise auch am und im Wasser. Alle drei Haararten vermögen, wenn sie aus leistungsfähigen Zuchtlinien   hervorgegangen sind, gleich gute jagdliche Leistungen zu vollbringen. Auch die kleinsten Varietäten, die Kleinteckel, zeigen bei der Jagd viel Passion.

Nur etwas für Waidmänner?

Es gibt viele Jagdhunderassen, die sich eigentlich nur dann rundum wohlfühlen, wenn sie ihren angeborenen Veranlagungen auch nachgehen können. So erscheint es abstrus, einen Weimaraner in der Stadtwohnung oder einen Deutsch Kurzhaar ausschließlich als Spielkamerad für die Kinder zu halten. Ein Bayerischer Gebirgsschweißhund sehnt sich sicherlich ebenso nach der Jagd wie ein Französischer Laufhund oder ein English Foxhound. Beim Teckel verhält sich das offensichtlich anders. Er genießt auch fernab von Grünröcken und Fuchsbauten ein Dasein als Familienhund, stellt dabei allerdings einige Ansprüche an regelmäßige lange Spaziergänge und benötigt auch Auslastung in Form von Kopfarbeit. Ansonsten kann sich seine Unterforderung durchaus in unerwünschtem Verhalten spiegeln.

Ein toller Familienhund

Im Grunde genommen spricht überhaupt nichts dagegen, einen Dackel als Familienhund zu halten. Allerdings muss die Tatsache, dass das pfiffige Familienmitglied eigentlich ein Jagdhund ist, im Rahmen der Erziehung schon berücksichtigt werden. Ansonsten drohen während des Spaziergangs mitunter heikle Situationen, die unter Umständen die Gesundheit und das Leben des unternehmungslustigen Hundes gefährden. Der Hundehalter sollte niemals die Kontrolle über seinen Vierbeiner verlieren: Davonstürmen und ein Wild hetzender Hund? Undenkbar. Abgesehen von der Störung des Wildes bringt es den Besitzer mit geltendem Recht in Konflikt. Der Teckel läuft auch Gefahr, dass ihn seine ungestüme Jagdlust auf eine stark befahrene Straße treibt. Folglich kann es nicht im Interesse eines Hundehalters sein, jagdliche Tendenzen seines Vierbeiners zuzulassen oder sogar noch zu fördern, wenn er nicht vorhat, ihn auch jagdlich zu führen.

Völlig unkompliziert

Ein Spaziergang mit Hund macht doch erst mit Freilauf so richtig Spaß. Das erfordert jedoch von klein auf viel Übung, liebevolle Konsequenz und umsichtiges Verhalten. Unerfahrene Dackelhalter sollten sich vom Züchter beraten lassen oder die Hilfe eines erfahrenen Hundetrainers in Anspruch nehmen. Auch der Deutsche Teckelklub 1888 e.V. bietet in seinen circa 300 Gruppen – über ganz Deutschland verteilt – viele Aktivitäten und die kompetente Ausbildung und Prüfung zum Begleithund an.

Die Erziehung des kurzbeinigen Zeitgenossen ist eigentlich bereits der anspruchsvollste Teil seiner Haltung. Ansonsten sind Dackel tatsächlich absolut unkompliziert. Schließlich benötigt man nicht einmal ein großes Haus mit einem Garten, um einen Hund dieser Größe zu halten. Allerdings darf die tägliche Bewegung nicht zu kurz kommen. Sie erhält den Dackel bis ins hohe Alter von durchschnittlich zwölf bis 14 Jahren fit und gesund. Auch 15 Jahre und älter sind bei der langlebigen Rasse übrigens keine Seltenheit. Auch die Pflege des Haarkleids ist überschaubar. Lediglich der Rauhaarteckel sollte zweimal jährlich getrimmt werden. Dabei wird abgestorbenes Deckhaar ausgezupft, was eine wichtige Voraussetzung für gesunde Haut und einen gepflegten Look ist. Lockiges und struppiges Haar finden zwar viele Liebhaber der Rauhhaarteckel niedlich, aber es birgt eben auch ein gesundheitliches Risiko:  Denn wenn man nicht zupft, verbleiben die Wurzeln der toten Haare in den Kanälen, verstopfen und entzünden sich im schlimmsten Fall sogar. Totes Haar verliert übrigens auch seine natürliche Schutzfunktion gegen Witterungseinflüsse, was jedoch eine wichtige Funktion für das Wohlbefinden des Hundes ist.

Dackel-Aktivitäten

Dackel bieten sich für die unterschiedlichsten Freizeit-Aktivitäten an. Neben ausgedehnten Spaziergängen kann man den fröhlichen Freizeitpartner durchaus auch mit Obedience, Junior Handling, Mantrailing und Suchspielen begeistern. Als Reitbegleithund machen Dackel allerdings nur bedingt eine gute Figur. Mehrstündige Ausritte mit Trab und Galopp würden einen neben dem Pferd herlaufenden Rassevertreter schnell zu anstrengend werden. Hierfür bieten sich eher lauffreudigere und ausdauerndere Hunde an.

Dackel sind insgesamt überaus sozial. Sie wünschen sich viel Kontakt zu ihren Zweibeinern. Ein Leben im Zwinger wäre eine Qual. Dackel möchten voll und ganz ins Familienleben integriert werden. Das danken sie wiederum mit all ihrer Zuneigung und einem ausgeglichenen Temperament.

Typisch Dacke, eben!

Dackel genießen nicht umsonst einen legendären Ruf. Ihr Wesen vereint viele Widersprüchlichkeiten, die zum einmaligen Charakter des „kleinen großen Hundes“ beitragen – ja, ihn geradezu unverwechselbar machen. Teckel haben eine überaus zärtliche und rücksichtsvolle Seite, aber auch eine dreiste und draufgängerische – je nach Tagesstimmung und Erziehung eben.

Die außergewöhnliche Mimik des Teckels unterstreicht die komplexen Abläufe des hündischen Seelenlebens und lässt bereits aus Entfernung erahnen, ob man es mit einem freundlich gesinnten Hund, mit einem ausgemachten Schelm oder aber mit einem Vierbeiner zu tun hat, der sich gleich Respekt verschaffen wird.

Trotz ihrer eher überschaubaren Körpergröße erweisen sich Dackel als gestandene Hundepersönlichkeiten. Sie sind überaus wachsam und ohne Frage auch verteidigungsbereit. Da ist es ganz egal, ob sie ihr Revier von einem zweibeinigen Eindringling oder einem anderen Vierbeiner bedroht sehen... – Im Zweifelsfall wird der Dackel unmissverständlich unter Beweis stellen, wer hier das Sagen hat.

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