Wüstenprinz mit einem Hauch von Orient im Blick
Die Rasse des Monats: Sloughi
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Sloughi
Sloughi
Wüstenprinz, einen Hauch von Orient im Blick
Wenn Sie ein Hund anspricht, der Schönheit und Harmonie ausstrahlt, wenn Sie einen vierbeinigen Begleiter mögen, der eine eigene Persönlichkeit hat und dennoch seine ganze Liebe seinem Menschen schenkt, einen Windhund mit einer besonderen Aura und einem Erscheinungsbild, das seit Jahrhunderten unverändert ist, dann lernen Sie doch einmal den Sloughi näher kennen.
Der Sloughi, auch arabischer Windhund genannt, ist die traditionell einzig reine, die edle Windhundrasse Nordafrikas, von großem Wert für ihre Besitzer. Sie hat eine jahrhundertealte bzw. jahrtausendealte Geschichte. Für die Nomaden war der Sloughi wichtigster Jagdbegleiter, der zur Ernährung der Familie beitrug, für den Sultan und den Caid Statussymbol und königliches Attribut. Als in den 70er Jahren die ersten Sloughis in nach Deutschland kamen, waren sie noch allgemein unbekannt und ein weißer Fleck in der kynologischen Szene. Es stellte sich die Aufgabe, mehr über diese besondere arabische Rasse, ihre Herkunft und ihren Gebrauch zu erfahren. Die Nachforschungen beinhalteten nicht nur die Einsicht in historische Literatur, sondern auch Reisen unmittelbar an die Orte der Herkunft, die Maghreb-Staaten, das sind Marokko, Algerien und Tunesien.
Fotos: © Ingeborg Schritt, Weuffen, K. Kosmas, Olaf Scholz/c/o-Recht Dr. S. Schlenkrich
Historische Berichte
Wichtige Einblicke in die arabische und berberische Sloughi-Tradition gaben Berichte früher Reisender und Entdecker. Der französische General Daumas hat bis in die Mitte des vorigen Jahrhunderts in seinen Büchern über die Pferde der Sahara auch viel von der Sloughi-Tradition überliefert: von der aufmerksamen Behandlung, die er erfährt, wie er im Zelt an der Seite seines Herrn schläft, durch Decken vor Kälte geschützt und mit Halsbändern und Talismanen geschmückt wird. Wie er gastlich aufgenommen wird, wenn sein Herr Besuche macht und von welch hohem Wert er ist, wenn er durch Jagen seine Familie ernährt. Am Ende seines Lebens wird er beweint und betrauert.
Sein Wesen wird als klug und edel beschrieben und seine Manieren als vornehm und stolz. Das Sloughi-Portrait von Daumas blieb die frühe klassische Beschreibung der Rasse, die auch in "Brehms Tierleben" wiederzufinden ist. Weitere frühe Reisende und Naturforscher aus der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, die den Sloughi ebenfalls in ihren Berichten erwähnten, sind u.a. Nachtigall, Rohlfs und Kobelt.
Aber die Spuren des Sloughis kann man noch viel weiter zurückverfolgen. Seine Vorfahren sind schon auf den ägyptischen Wandreliefs aus der Zeit vor 3.000 Jahren dargestellt. Noch ältere Zeugnisse von glatthaarigen hängeohrigen Windhunden stammen aus der Blütezeit der mesopotamischen Kultur. Auch auf historischen Mosaiken Nordafrikas aus der Zeit um Christi Geburt sind glatthaarige Windhunde in den Farben sand, schwarz und gestromt bei der Jagd auf afrikanisches Wild verewigt. Eine große Auswahl davon befindet sich u.a. im Bardo-Museum in Tunis.
Der Sloughi heute
Noch heute hat sich die ideelle Wertschätzung des Sloughis in Nordafrika erhalten, wo er im Gegensatz zu anderen Hunden als 'rein' gilt. Im Arabischen wird er als "el Hor"(d.h. der Edle) bezeichnet. Aber auch in Nordafrika blieb die Zeit nicht stehen. Fortschreitende Zivilisation und regionale Jagdverbote haben die praktischen Lebensbedingungen des Sloughis verändert. Die Tage der großen Sultane und Scheichs sind vorbei. Die berühmten Sloughi-Zuchten mit Dutzenden von Tieren, dazugehörigen Pferden und Dienern fielen dem politischen Wandel zum Opfer. Aber das Land ist weit und die Passion für den Sloughi tief verwurzelt. Fernab der Städte und Touristen-Mekkas wird in den unzugänglichen Landesteilen die Sloughi-Tradition nach der alten Weise gepflegt. Neu gegründete Jagdgesellschaften dürfen Events veranstalten. Der Anschluss der Rasse an die internationale Kynologie hat auch dem modernen Araber wieder ein Gefühl für den Wert der eigenen Rasse, den Nationalhund, gegeben. Standardgebendes Land ist heute Marokko.
Wie sieht ein echter Sloughi aus?
Der Sloughi hat das typische Exterieur des orientalischen Windhundes: edler Kopf mit hängenden oder leicht eingeschlagenen Ohren, langer Hals, quadratische Körperform mit gerader Linienführung und tiefer, geräumiger Brust bei aufgezogener Bauchpartie.
Dabei ist der Sloughi besonders hochbeinig und steht auf kräftigen Füßen. Wie gemeißelt erscheint die Klarheit seiner Umrisse, wenn der Sloughis in richtiger Kondition ist. Er ist trocken zu nennen wie das arabische Vollblutpferd. Seine Schönheit hat etwas Besonders, aristokratisch Anmutendes.
Sein melancholischer Ausdruck fasziniert. Seine Bewegung im Trab ist voll Leichtigkeit. Beim Rennen zeigt er Kraft und Ausdauer.
Größe und Farben
Die Schulterhöhe liegt nach Standard zwischen 61 und 72 cm Widerristhöhe, wobei die Hündinnen in der Regel kleiner und zierlicher sind und die Rüden zum oberen Maß tendieren. Der große kräftige Typ ist an die nördlichen Regionen und die Atlaszone gebunden, während die Sloughis der südlichen Randgebiete der Sahara zierlich, fein und trocken sind.
Beim Sloughi gibt es nur 3 Farben: Sandfarben (von hellsand bis rötlich) in allen Schattierungen , wie auch der Wüstensand; schwarz mit lohfarbenen bzw. gestromten Abzeichen, auch treffender bezeichnet als sandfarben oder gestromt mit schwarzem Mantel; und gestromt. Die dunkleren Farben kommen, neben Sand, in Übereinstimmung mit der Landschaft eher im Norden bzw. der Landesmitte vor, während in der Sahara der Sloughi so hell ist wie der Lichtschein auf dem Sand. Sehr charakteristisch ist die schwarze Maske, die Zeichnung im Gesicht des Sloughis. Das Gesicht zeigt darüber hinaus eine eigene lebhafte Mimik und Ausdrucksfähigkeit, die es dem aufmerksamen Besitzer ermöglicht, seine Stimmung und Absicht dort abzulesen.
Familienbande und soziales Zusammenleben
Mit seinem ursprünglichen , instinktsicheren Wesen ist der Soughi ein idealer und zärtlicher Familienhund und angepasster Hausgenosse. Durch seine ruhige und gelassene Art und seine Sauberkeit ist er problemlos und angenehm in der Wohnung zu halten. Er schließt sich dem Menschen sehr eng an und ist seinem Herrn treu. Bei seinem Kontaktbedürfnis wäre ein längeres Alleinlassen oder die Haltung an einem separaten Platz ungeeignet, es sei denn, es handelte sich um einen zeitlich begrenzten Aufenthalt zusammen mit Artgenossen. Freunde der Familie und willkommene Besucher werden stets mit Freudenbezeugungen begrüßt. Kinder behandelt der Sloughi in der Regel mit Geduld und Nachsicht, sofern auch sie respektvoll sind.
Der Sloughi verschenkt seine Zuneigung aber nicht wahllos. Er hat ein feines Gespür für die Haltung und Einstellung von Menschen. Springt die Sympathie nicht über, vermag er reserviert bis gleichgültig zu bleiben. Bei Gelegenheit kann der Sloughi durchaus wachsam sein und Schutztrieb entwickeln. Man kann gut zwei oder mehrere Tiere zusammen halten. Auch mit anderen Hunden verträgt sich der Sloughi gut, so dass es meist nicht beim Einzelhund bleibt.
Bewegungsbedürfnis und Beschäftigung
Der Sloughi liebt jede Art von Bewegung und Sport. Seine tägliche Bewegung absolviert er im Freien. Ein eingezäuntes Grundstück als Auslauf ist zweifelsohne eine ideale Voraussetzung. Spiel und gemeinsames Herumspringen mit einem Artgenossen wird den Reiz des eigenen Gartens auch auf die Dauer erhalten. Daneben bieten sich Spaziergänge, Wandern, Jogging, Laufen neben dem Fahrrad und Agility an, um Abwechslung zu bieten. Wenn man ein wenig übt, kann erreicht werden, dass der Sloughi auf Ruf zu seinem Besitzer kommt. Es wird aber letztlich von der Beschaffenheit der Umgebung und dem Nichtvorhandensein evtl. jagdbarer Tiere abhängen, ob man seinen Sloughi frei laufen lässt oder lieber auf Sicherheit und Leine setzt. Als sportliche Betätigung bieten sich Coursings oder Windhundrennen- bzw. Trainings auf den zahlreichen Windhundrennbahnen an. Hier können Sloughis gefahrlos ihre Freude an der Bewegung in Verbindung mit Geschwindigkeit ausleben, was nicht zuletzt auch ihrer Gesundheit dient. Dieser Sport ist jedoch kein „Muss“ für ihre Haltung. Sloughis fahren nach Eingewöhnung gern im Auto mit und man kann sie nahezu überall hin mitnehmen.
Von wegen Erziehung
Es gibt kaum einen angenehmeren Hausgenossen als den erwachsenen Sloughi in seiner in sich ruhenden Art. Jeder fängt jedoch einmal klein an und hat in seiner neuen Umgebung einiges zu lernen. Dabei kann sich der neue Besitzer durchaus an die allgemein gültigen Grundregeln aus guten Hundebüchern halten. Der Sloughi ist lernbereit und mit dem richtigen Ton und mit Belohnung kann man vieles erreichen. Geduld und Konsequenz ist die Zauberformel. Wobei Konsequenz nicht mit Härte und Geduld nicht mit antiautoritärer Erziehung zu verwechseln ist. Parieren auf Kommando funktioniert nicht. Dennoch will und darf der Sloughi wissen, wer in der Familie das Sagen hat. Richtig behandelt bewahrt der Sloughi seinen Stolz und der Besitzer seine Autorität.
Gesundheit und Pflege
Wie steht es um die Gesundheit des Sloughis und was muss in die Pflege investiert werden? Die sogenannte Pflege ist beim Sloughi kein Thema. Sloughis sind von sich aus reinlich und putzen ihr kurzes Fell in Katzenmanier. Man kann gelegentlich mit einem Noppenhandschuh über Hals und Rücken streifen. Sloughis zeichnen sich durch ihre gesunde Konstitution aus. Sie fühlen sich auch in unserem Klima pudelwohl, sind sie doch starke Temperaturschwankungen aus ihrer Heimat gewohnt. Geburt und Aufzucht der Jungen erfolgen in der Regel vollkommen natürlich. Dieses gesunde Erbe sollte bewahrt werden. Was die Fütterung angeht, verlangt der Sloughis nichts Außergewöhnliches. Afrikanische Sloughis werden mit Getreideprodukten, Milch und Olivenöl gefüttert und bekommen manchmal einige Stücke von der Jagdbeute. Im dortigen Klima ist das offensichtlich ausreichend, um schöne leistungsfähige Tiere zu erhalten. Bei uns ist die Ernährung selbstverständlich anders zusammengesetzt. Eingedenk seiner Herkunft sollte man allerdings darauf achten, den Soughi nicht zu kalorienreich zu füttern.
Die vornehmste Aufgabe heutiger Züchter ist es, nicht nur die natürliche Schönheit des Sloughis zu fördern, sondern gleichzeitig die wertvolle Mitgift der arabischen Rasse, ihre Gesundheit und Instinktsicherheit zu erhalten.
Weitere Informationen
DWZRV e.V.
www.windhundverband.de
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