Flinke Elfe im seidigen Gewand
Die Rasse des Monats: Silken Windsprite
Hier finden Sie weitere Informationen zu der Rasse:
Silken Windsprite
Silken Windsprite
Ausreichend Bewegung, geistige Auslastung, viel Zuwendung und gemeinsame Freizeitaktivitäten – all das ist ganz nach Geschmack des Silken Windsprite, der aus den USA stammt und zurzeit nicht von der Fédération Cynologique Internationale (FCI), dafür aber national durch den VDH anerkannt ist.
Freundlichkeit ist seine herausragende Eigenschaft, was natürlich auch für seine sportlichen Fähigkeiten gilt. Wobei der Silken Windsprite weit davon entfernt ist, ein Extremsportler zu sein. Er vereint zahlreiche Qualitäten, die ihn zu einem vielseitigen und überaus angenehmen Familienmitglied machen. Im Haus strahlt der flinke Amerikaner Ruhe und Ausgeglichenheit aus. Er schätzt Kuscheleinheiten und macht es sich gerne mit seiner Familie gemütlich. Draußen sieht das anders aus: Dort flitzt der Silken Windsprite — vorzugsweise mit weiteren Vertretern dieser Rasse — über Felder und Wiesen. Er versteht sich im Allgemeinen gut mit Artgenossen, mag allerdings keine lauten, stürmischen und groben Hunde. Das gilt übrigens auch für seinen Umgang mit Zweibeinern. Der flinke Flitzer schätzt einfühlsame, sanfte Menschen und tut sich schwer mit groben Umgangsformen.
Bescheiden und ausgeglichen
Die aus den USA stammende Rasse ist insgesamt sehr anpassungsfähig. Im häuslichen Umfeld fühlt sie sich ebenso wohl wie bei sportlichen Aktivitäten oder auf einer Rassehundausstellung. Silken Windsprites sind ihrem Menschen gegenüber sehr anhänglich. Fremden begegnen sie eher reserviert, bewahren sich aber dennoch ihre freundliche Ausstrahlung. Ihr bescheidenes und ausgeglichenes Wesen macht sie zu unkomplizierten Familienmitgliedern, die am liebsten überall mit dabei sind.
Geduld zahlt sich aus
Silken Windsprites sind meistens gut gelaunt und spielbereit. Gemeinsame Freiluft-Unternehmungen bereiten ihnen ebenso viel Freude wie ausgiebiges Kuscheln oder das Erlernen neuer Dinge. Das sensible, feinfühlige Wesen des flinken Amerikaners macht für eine erfolgreiche Erziehung einen einfühlsamen, geduldigen und ruhigen Menschen erforderlich. Laute Töne und viel Druck bekommen dem sensiblen Vierbeiner nicht.
Silken Windsprites wurden nie ausdrücklich für die Jagd gezüchtet. Dennoch gibt es Rassevertreter, die durchaus jagdlich passioniert sind. Eine hohe jagdliche Motivation erfordert in wildreichen Gebieten auf jeden Fall eine Leine und auch ansonsten sollte man mit Freilauf vorsichtig sein. Dennoch ist es bei vielen Silken Windsprites durchaus möglich, den sicheren Rückruf erfolgreich zu trainieren. Da die Rasse über einen angeborenen Will to Please verfügt, möchte ein typischer Rassevertreter seiner Bezugsperson auf jeden Fall gefallen. Eine Eigenschaft, die sich sowohl bei der Erziehung und Ausbildung als auch im täglichen Miteinander positiv auswirkt. Mit liebevoller Konsequenz und einfühlsamer Ruhe lassen sich Erziehungsziele am besten erreichen.
Gut beschäftigt
Bewegung und Kopfaufgaben sind unerlässlich für das Wohlbefinden des Silken Windsprites. Renn-, Fang-, Zieh-, Such- und Beutespiele eignen sich ebenso als rassespezifische Beschäftigungen wie ausgedehnte Spaziergänge mit möglichst viel Abwechslung und natürlich Hunderennen sowie Coursing. Wie bereits erwähnt, ist der Silken Windsprite kein Hochleistungssportler. Gemeinsame Unternehmungen mit einem mittleren Bewegungsanspruch reichen ihm völlig aus. Trick Dogging ist eine weitere Möglichkeit, um dem pfiffigen Vierbeiner spannende Herausforderungen zu bieten. Kunststücke erlernt er schnell und zeigt viel Freude bei der Ausführung.
Pflege
Das Haarkleid der zierlichen, aber dennoch robusten Hunde sollte mindestens einmal pro Woche gründlich gebürstet werden. Während der zweimal jährlich anstehenden Fellwechsel kann häufigeres Bürsten erforderlich sein. Das Haarkleid ist weich, gerade oder auch leicht gelockt beziehungsweise gewellt. Es gibt Silken Windsprites mit Unterwolle und welche ohne Unterwolle. Das Haarkleid kann innerhalb der Rasse variieren, was laut Standard auch erlaubt ist. Im Bereich des Halses ist das Fell besonders reichlich und dicht. Die Rückseiten der Vorderläufe, der Bereich unterhalb des Bauches, die Hinterläufe und die Rute sind befedert. Die Befederung besteht aus längerem Haar und bildet die Hosen sowie die Fahne an der Rute. Was die Farben angeht, so sind alle Farben, Abzeichen und deren Kombinationen erlaubt.
Athletische Eleganz
Der Silken Windsprite ist ein mittelgroßer Hund mit athletischer Ausstrahlung. Ausgewogene Proportionen gehören zum Rassebild wie auch Eleganz und Anmut. Zudem strahlt die nationale Rasse Sportlichkeit, Schnelligkeit und Gewandtheit aus. Die lange Rute reicht mindestens bis zum Sprunggelenk. Eine feine Aufwärtsbiegung in Aktion ist erwünscht, allerdings darf die Rute nicht über den Rücken erhoben getragen werden. Das Gangwerk des formschönen Hundes ist leichtfüßig und weit ausgreifend. Die mühelose Bewegung geht mit einem kraftvollen Schub aus der Hinterhand einher.
Besonderer Charme
Ein langer, trockener und flacher Oberkopf, der sich zu den Augen hin ein wenig und im weiteren Verlauf zur Nase hin weiter verjüngt, ist ein typisches Rassemerkmal des Silken Windsprite. Das gilt auch für den leichten Stopp und die einfarbig schwarze Nase, die bei farbverdünnten Farbvarianten zumindest so dunkel wir möglich sein sollte. Dunkle, große und intensiv blickende Augen verleihen dem sportlichen Vierbeiner einen besonderen Charme. Die kleinen, rosenförmigen Ohren, die eng am Kopf anliegen, richten sich bei Aufmerksamkeit im ersten Drittel leicht auf. Die Ohr-Enden sind gefaltet und seitwärts oder nach vorne gerichtet.
Der lange, elegant gebogene Hals offenbart zugleich die ausgeprägte Muskulatur des Silken Windsprite und trägt — ebenso wie der anmutige Bogen der Oberlinie im Bereich der Lendenpartie — zur sportlich-eleganten Optik der Rasse bei. Die sehr tiefe Brust und die gut gewölbten Rippen lassen auch bei körperlicher Anstrengung viel Raum zum Atmen.
Hunderennen und Coursing
13 Windhundrassen und fünf Rassen der Gruppe 5 werden im Windhundsport im VDH zu Rennen und Coursings eingesetzt. Alle diese Hunde haben ein gemeinsames Merkmal. Denn sie verfolgen ihre Beute mit den Augen und nutzen damit ihren Sehsinn bei der Jagd. Der englische Begriff für die FCI-Gruppe 10 ist daher "Sighthounds". Das Jagdwild der Windhunde umfasste ursprünglich Beute vom Kaninchen bis hin zu Wölfen und Hirschen. Heute arbeitet man mit Jagdattrappen. Die Bewegungen der Attrappe werden vom Hund als Flucht gewertet und sind Auslöser, das Objekt zu verfolgen. Seitdem die Jagd auf lebendes Wild gesetzlich verboten wurde, leben die Windhunde ihre Passion im organisierten Windhundsport aus. Den Anfang machten die Engländer mit ihrer Wettleidenschaft, später wurde der Windhundsport von den Ländern in Mitteleuropa und zunehmend populärer.
Was bedeutet Silken Windsprite?
Die Rassebezeichnung Silken Windsprite lässt sich mit „Seidige Windelfe“ übersetzen. Sprite kann auch „Kobold“ bedeuten, wobei der freundlich-bescheidene Vierbeiner tatsächlich aber eher elfenhafte Attribute vereint.
Wie wir wurden, was wir sind
In den USA wird der Silken Windsprite seit Ende der 1950er Jahre gezüchtet. Es besteht eine enge Verwandtschaft zum Whippet, wobei der Silken Windsprite Charaktereigenschaften hat, die ihn vom Whippet unterscheiden. Langhaarige, mittelgroße Rennhunde zu züchten, war das erklärte Ziel des Whippetzüchters Walter A. Wheeler jun., der 1958 die Silken Windsprite Zucht initiierte. Als Vorbild dienten ihm Windhundedarstellungen auf niederländischen Gemälden des 15. und 16. Jahrhunderts. Heute ist der Silken Windsprite in Deutschland, Tschechien, der Slowakei, Ungarn, Polen, Österreich, Belgien und der Schweiz als Rasse anerkannt. Die Anerkennung durch den Weltverband Fédération Cynologique Internationale (FCI) erfolgte bislang noch nicht.
Weitere Informationen
Deutscher Windhundzucht- und Rennverband e.V.
www.windhundverband.de
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