Shetland Sheepdog
Fröhliche Fellkugel mit Grips

Die Rasse des Monats: Shetland Sheepdog

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Fröhliche Fellkugel mit Grips

Eigentlich sieht er ja aus wie ein kleiner Collie. Zumindest auf den ersten Blick. Und tatsächlich wurde der opulent behaarte und mit einer feschen Löwen-Mähne versehene Hütehund tatsächlich ursprünglich mit der Idee gezüchtet, einen „Mini-Collie“ zu erschaffen. Doch der Sheltie überzeugt auch mit einem ganz individuellen Profil, das ihn unter anderem zu einem der beliebtesten Hunderassen der USA macht. In der VDH-Welpenstatistik rangiert er immerhin auf Platz 19 der beliebtesten Hunderassen.

Fotos: ©www.sscd.dogcloud.de; ©www.cfbrh.de; ©www.sheltie-ig.dogcloud.de

Wer bei seinem Anblick keine gute Laute verspürt, muss wohl ein notorischer Griesgram sein. Ein Shetland Sheepdog – kurz Sheltie genannt – versprüht Frohsinn und Lebensfreude. Darüber hinaus sind die von den rauen Shetland Inseln stammenden Hütehunde auch noch bildhübsch und farbenfroh. Allerdings teilen sie sich auch gerne mit. Wer keinen Kläffer wünscht, sollte beim wachsamen Sheltie schon einmal eine entsprechende Erziehung und rassespezifische Auslastung einplanen. Für die Hütearbeit gezüchtet, blühen die „Mini-Collies“ an der Schafherde so richtig auf und lassen ihrer inneren Motivation, die Herde zusammenzuhalten, freien Lauf. Ihrer angeborenen Bewegungsfreude lässt sich zwar auch auf einem Agility-Platz oder mit einer Ausbildung als Reitbegleithund begegnen… - Letztendlich bleibt die angeborene innere Motivation des leidenschaftlichen Hütehundes dabei aber ebenso auf der Strecke wie beim Joggen, Radfahren, Wandern und Trekking. Natürlich sind all das – wie auch Obedience oder Trick Dogging - sinnvolle Alternativen und es ist schließlich keinesfalls zu erwarten, dass sich jeder Sheltie-Fan nicht nur einen Welpen der Rasse, sondern dazu auch noch eine eigene Schafherde kauft und fortan als Schäfer durch die Lande zieht. Dennoch hilft die Veranschaulichung des ursprünglichen Einsatzgebietes dabei, die individuellen Bedürfnisse eines Shetland Sheepdogs besser zu verstehen und entsprechend auf sie einzugehen.

Unternehmungslustig und verträglich

Eine liebevolle, aber auch konsequente Erziehung sollte somit von Anfang an die Bellfreude in den Fokus stellen. Dasselbe gilt für die körperliche Auslastung des agilen Briten, der darüber hinaus auch anspruchsvolle Denkaufgaben schätzt. Um es kurz zu machen: Ein Sheltie eignet sich nicht für gemütliche Zeitgenossen, die lieber alles langsam angehen. Es bedarf zwar auch keines hyperaktiven Adrenalin-Junkies, aber unternehmungslustig und sportlich sollte ein Sheltie-Halter auf jeden Fall sein. Denn dann bestehen beste Voraussetzungen für ein harmonisches und unkompliziertes Miteinander. Unter Reitern ist der niemals nervöse Sheltie übrigens mindestens ebenso beliebt wie bei Agility-Fans. Denn er lässt sich – entsprechende Konsequenz vorausgesetzt – prima zum Reitbegleithund ausbilden, der bei Ausritten voll auf seine Kosten kommt. Da er dazu ein sehr verträglicher und sozialer Hund ist, fällt er an Reitställen nur selten als Querulant auf. Hinzu kommt die kaum vorhandene jagdliche Motivation, weshalb sich Shelties nur ganz selten von Rehbock, Hase & Co. vom Weg abbringen lassen. In der Regel leben die kleinen Charmeure problemlos gemeinsam mit anderen Haustieren. Den Kontakt zu anderen Shelties schätzen sie dabei allerdings ganz besonders. Solange sie in den wichtigen Sozialisationsphasen ausschließlich positive Erfahrungen mit Kindern gemacht haben, entsteht auch dem zweibeinigen Nachwuchs gegenüber entsprechende Sympathie.

Einfühlsam

Überhaupt sind Shelties nicht nur lernfreudige und somit recht leicht erziehbare, sondern auch überaus anhängliche und harmoniebedürftige Wesen. Zumindest ihrer Familie gegenüber. Fremden begegnen die klugen Hütehunde meistens erst einmal mit beobachtender Distanziertheit. Dabei zeigen sie weder Unsicherheit noch Ängstlichkeit. Ist das Eis geschmolzen, steht dem Aufbau neuer vertrauensvoller Freundschaften nichts im Wege. Ihrem Menschen folgen Shelties am liebsten auf Schritt und Tritt. Deshalb sollte auch das stundenweise Alleinebleiben von Anfang an geübt werden. Mit einem einfühlsamen Trainings-Aufbau gelingt es, dem familiären Vierbeiner auch temporäre Trennungen vom zweibeinigen Rudel zu erleichtern. Die feinfühligen Briten haben ein sensibles Gespür für die Stimmungen ihrer Vertrauensperson. Sie freuen sich unbändig mit ihnen, wenn es Anlass zu Freude gibt und trösten ihren Menschen, wenn er sich nicht wohlfühlt. Und letztendlich siegen immer ihre Fröhlichkeit und Heiterkeit, die einfach mitreißen. Einem Sheltie käme es nie in den Sinn, sich gegen seinen Halter zu wenden oder ihm mit Trotz zu begegnen – im Gegenteil: Er ist stets bemüht, diesem zu gefallen.

Pflege

Das sind alles wunderschöne Eigenschaften und noch längst nicht alle! Shelties sind zu alledem auch noch pflegeleicht, was ihr herrliches Haarkleid auf den ersten Blick eher nicht vermuten lässt. Und doch ist es so: Es reicht tatsächlich, das opulente Fell einmal wöchentlich gründlich durchzubürsten und anschließend zu kämmen. Lediglich die feinen Härchen hinter den Ohren bedürfen häufigerer Zuwendung, weil sie schneller zum Verfilzen neigen. Dasselbe gilt für die feinen Haare in den Achselhöhlen. Baden sollte man einen Sheltie nur, wenn sein Haarkleid extrem verschmutzt ist. Zweimal jährlich steht ein Fellwechsel an. In dieser Zeit ist der Haarverlust des Shelties durchaus beeindruckend. Diesem Phänomen begegnet man am besten durch tägliches Bürsten, damit Teppiche, Sofas, Kleidung und Autositze nicht allzu viel über das Zusammenleben mit der langhaarigen Hunderasse verraten. Wichtig: Verzichten Sie auf den Griff zur Schermaschine. Wer das lange Haar dieses Hütehundes abschert, zerstört dadurch die rassetypische Felltextur. Das natürliche Haarkleid ist der optimale Schutz, der im Sommer vor allzu großer Hitze bewahrt und im Winter wärmt. Ein Eingriff behindert die natürliche Thermoregulierung des robusten Hundes.

Typische Optik

Die Langhaarigkeit ist ein wichtiges Rassemerkmal des Shelties, wie auch sein geschmeidiges, graziöses Gangwerk. Shelties gleiten mit fließenden Bewegungsabläufen dahin, sind dabei sehr anmutig und zeigen viel Schub aus der Hinterhand. Niemals grob oder plump wirkend, zeichnen den Shetland Sheepdog symmetrische Umrisslinien aus, die für harmonische Proportionen sorgen. Der schön geformte Kopf wird stolz auf einem muskulösen, gut gebogenen Hals getragen und ist ebenso rassetypisch wie das hübsche Gesicht mit dem einmalig lieblichen Ausdruck. Sheltie-Rüden erreichen idealerweise eine Widerristhöhe von 37 Zentimetern, Hündinnen 35,5 Zentimeter. Folglich gehören Shelties zu den kleineren Hunderassen, wobei sie aufgrund ihres doppelten Haarkleids, mit dem langen, harten Deckhaar und der Halskrause größer wirken. Die Rasse bezaubert übrigens in vielen wunderschönen Farben: Zobelfarben, Dreifarbig (tricolour), Blue Merle, Schwarz-Weiß und Schwarz mit Loh.

Was sich Shelties wünschen

Die ansprechende Optik ist eine Sache. Die Verantwortung, die man mit einem Sheltie übernimmt, eine andere. Der anhängliche Vierbeiner wünscht sich einen Menschen, der möglichst viel Zeit mit ihm verbringt. Idealerweise die ganze Zeit. Er fühlt sich mit einem Single in der mittleren Lebensphase ebenso wohl wie mit einem älteren Menschen, vorausgesetzt, dieser ist noch fit genug, um das Bewegungsbedürfnis des Hütehundes zu bewältigen. Aber auch in einer turbulenten Familie kommt der Shetland Sheepdog zurecht. Allerdings schließen sich die pfiffigen Arbeitshunde meistens einem Menschen ganz besonders eng an. Dank ihrer Einfühlsamkeit und Lernfähigkeit gehen Shelties auch in der Aufgabe als Assistenzhund an der Seite eines Menschen mit Handicap auf. Was die Wohnansprüche angeht, sind Shelties eher anspruchslos. Dank ihrer handlichen Größe finden sie in der kleinsten Wohnung und dem winzigsten Auto Platz. Allerdings brauchen sie dann entsprechend mehr Auslauf als Vierbeiner, die in einem Haus mit großem Garten leben. Wobei der Garten auch ein Trugschluss ist. Denn er ersetzt keinesfalls gemeinsame Aktivitäten wie Spaziergänge, Hundesport oder andere Herausforderungen, die Kopf und Körper auslasten.

Weitere Informationen

1. Shetland Sheepdog Club Deutschland e.V.
www.sscd.dogcloud.de

Club für Britische Hütehunde e.V.
www.cfbrh.de

Shetland Sheepdog Interessengemeinschaft e.V.
www.sheltie-ig.dogcloud.de

Wie wir wurden, was wir sind

Viele Stürme, aber gleichzeitig ein eher mildes, feuchtes Klima prägen die wilde Landschaft der Shetland Inseln, der Heimat der Shetland Sheepdogs. Seit dem 9. Jahrhundert von den Normannen besiedelt, entwickelte sich auf den insgesamt 100, heute aber nur zu einem Bruchteil besiedelten Inseln, eine speziell strukturierte Landwirtschaft, deren Fokus lange auf der Haltung von Rindern, Schafen und Ponys lag. Steinwälle und Hügel prägten diese Struktur ebenso wie die robusten, ausdauernden Hüte- und Hofhunde, die Herden auf Weideflächen trieben und gleichzeitig auch von Behausungen fernhielten. Robustheit, Härte und Leistungsfähigkeit waren die Kriterien, nach denen die Bauern ihre Arbeitshunde auswählten. Hinzu gesellten sich Hunde schottischer, niederländischer und skandinavischer Fischer, die ebenfalls Einfluss auf die Entwicklung der Hunde der Shetland Inseln nahmen.

Wie auch kleinwüchsige Collies, die ab dem 15. Jahrhundert mit schottischen Schafzüchtern auf die Inseln gelangten. So kam eine recht vielschichtige Anzahl an Hütehundschlägen zusammen, die – bei aller Vielfalt – nur zwei Kriterien gemeinschaftlich erfüllten: eine kleine Körpergröße und Robustheit. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden die ersten Shetland Collies in England beschrieben und 1908 erfolgte sogar die Gründung des Shetland Collie Clubs mitsamt Niederlegung eines Rassestandards. Auseinandersetzungen mit Collie-Züchtern führten schließlich in eine Umbenennung in „Shetland Sheepdog“. 1914 erfolgte dann die Gründung des English Shetland Sheepdog Clubs und die Anerkennung als Rasse ließ nicht mehr lange auf sich warten.


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