Pinscher und Schnauzer
Klub feiert 125. Jubiläum

Die Rasse des Monats: Pinscher und Schnauzer

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Pinscher und Schnauzer

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Klub feiert 125. Jubiläum

Riesenschnauzer, Schnauzer, Zwergschnauzer, Deutscher Pinscher, Zwergpinscher und Affenpinscher... - Sechs Rassen, die auf den ersten Blick teilweise recht unterschiedlich wirken, tatsächlich aber viele Gemeinsamkeiten haben, werden vom Pinscher-Schnauzer-Klub 1895 betreut. Dass das 125. Jubiläum nun gerade ins Corona-Jahr fällt, macht einige Umplanungen erforderlich, kann die Freude über mehr als ein Jahrhundert zum Wohle von Pinschern und Schnauzern jedoch nicht trüben. Hier ein Überblick über die einzelnen Rassen, von denen jede einen ganz besonderen Reiz ausübt.

Deutscher Pinscher (Rot)

Deutscher Pinscher (Rot)

Zwergpinscher (Rot)

Zwergpinscher (Rot)

Zwergpinscher (Schwarz-Rot)

Zwergpinscher (Schwarz-Rot)

Affenpinscher

Affenpinscher

Riesenschnauzer (Pfeffer-Salz)

Riesenschnauzer (Pfeffer-Salz)

Schnauzer (Schwarz)

Schnauzer (Schwarz)

Zwergschnauzer (Schwarz)

Zwergschnauzer (Schwarz)

Zwergschnauzer (Schwarz-Silber)

Zwergschnauzer (Schwarz-Silber)

Riesenschnauzer

Sein Anblick ist ganz schön imposant. Kein Wunder bei einem Hund mit 60 bis 70 Zentimetern Widerristhöhe, der dazu auch noch kräftig und gedrungen daherkommt. Der Riesenschnauzer, der seine Liebhaber in den Farben Schwarz und Pfeffer-Salz (ein gräulicher Farbton) erfreut, zeichnet sich durch Klugheit, Ausdauer und Schnelligkeit aus. Eigenschaften, die den freundlichen Familienhund für den Einsatz im Hundesport ebenso prädestinieren wie für ein Leben als Gebrauchs- oder Diensthund.
Hundeerfahrung sollte man schon mitbringen, wenn man sich für den eigenständigen Schnauzer entscheidet, der gerne seine eigenen Entscheidungen trifft. Unterwürfigkeit ist dem insgesamt jedoch gutartigen Vierbeiner fremd. Eine konsequente Erziehung – von Anfang an – ist auf jeden Fall ratsam. So anhänglich, treu, offen und spontan der Riesenschnauzer innerhalb der eigenen Familie ist, so misstrauisch verhält er sich gegenüber Fremden. Prima, wenn man einen unbestechlichen Wachhund sucht.
Widerstandskraft zeichnet die urdeutsche Rasse ebenfalls aus. Und die bezieht sich sowohl auf die Gesundheit als auch auf die Wetterfestigkeit. Das drahtige, dichte, harte Deckhaar, das dicht am Körper anliegt und eine dichte Unterwolle verbirgt, bietet rund ums Jahr einen idealen Wetterschutz, was den Schnauzer uneingeschränkt einsatzfähig macht.
Rassetypisch sind natürlich auch der weiche Bart und die üppigen Brauen, die dem harmonisch gebauten Hund mit den dunklen, mandelförmigen Augen einen ganz speziellen Look verleihen. Das elastische, wendige Gangwerk ist frei und raumgreifend.

Schnauzer

Die buschigen Brauen und der üppige Bart des Schnauzers fallen sofort auf. „Rauhbautz“ wird er von manchen liebevoll genannt. Ein treffender Name, denn Schneid liegt dem 45 bis 50 Zentimeter großen Hund durchaus im Blut. Zum Ausgleich kann er auch eine bedächtige Ruhe an den Tag legen, was ihn zu einem angenehmen Familienhund macht. Kindern gegenüber zeigt sich der Schnauzer in der Regel freundlich und tolerant, oft ist er sogar zum Spielen aufgelegt. Respekt muss sich der Halter des selbstbewussten Hundes erst einmal verdienen. Ist es so weit, dann kann er sich der Treue und Folgsamkeit seines Vierbeiners ein Leben lang sicher sein. Dreimal pro Jahr sollte das raue Haarkleid des in den Farben Schwarz und Pfeffer-Salz vertretenen Hundes getrimmt werden, damit es einen rassetypischen Look erhält. Pfeffer-salzfarbene Hunde weisen eine mittlere Tönung mit gleichmäßig verteilter Pigmentierung und grauer Unterwolle auf. Dunkeleisengraue bis silbergraue Schnauzer sollten eine dunkle Maske haben. Mut, Klugheit, Ausdauer und Robustheit gelten als typische Rasseeigenschaften des mittelgroßen Haus-, Wach-, Begleit- und Sporthundes. Der Körperbau des Schnauzers ist quadratisch und wirkt eher gedrungen als schlank. Der kräftige, langgestreckte Kopf verjüngt sich zur Nasenspitze hin. Dunkle Augen gehören zu dieser Rasse wie die hoch angesetzten Klappohren.

Zwergschnauzer

Er ist kleiner, kommt dafür aber mit der vielfältigsten Farbvielfalt der Schnauzer-Familie daher: der Zwergschnauzer. Weiß, Schwarz, Schwarz-Silber und Pfeffer-Salz sind die anerkannten Farben, wobei die Wahl schwerfallen dürfte, denn alle Varianten sind durchaus attraktiv. Die kleinere Ausgabe des Mittelschlags oder auch Standardschnauzers ähnelt ihren großen Verwandten in vielen Punkten. Mit seiner Widerristhöhe von 30 bis 35 Zentimetern zeigt auch der Zwergschnauzer bereits Gebrauchseigenschaften.
Er hat Schneid gepaart mit bedächtiger Ruhe, misstraut Fremden, wacht unbestechlich über Haus und Hof, verwöhnt seine Familie mit großer Anhänglichkeit und einer unerschütterlichen Treue. Als Familienhund
macht er sich somit ebenfalls sehr gut und fühlt sich – bei entsprechender Bewegung und Beschäftigung – auch in einer kleinen Wohnung rundum wohl. Mit durchschnittlich 390 Welpen pro Jahr führen die schwarz-silberfarbenen Zwerge die Beliebtheitsskala an. Gefolgt von den schwarzen Schnauzern mit rund 287 Welpen, 112 pfeffersalzfarbenen Welpen und 83 weißen Welpen.

Deutscher Pinscher

Ihn gibt es in zwei Farbschlägen: einfarbig Rot und Schwarz-Rot. Der Deutsche Pinscher erfreut seine Familie mit einem umgänglichen, anhänglichen Wesen und einer ausgeprägten Spielfreude. Ansonsten ist er ausgesprochen wachsam und lässt keine ungebetenen Gäste in sein Territorium, wobei Deutsche Pinscher keine Kläffer sind. Seine Selbstsicherheit paart sich mit Klugheit und großer Ausdauer. Er ist robust und bei jedem Wetter gerne in der Natur unterwegs. Das kurze, glatte Fell ist pflegeleicht. Ein großes Plus - wie auch die überschaubare Größe von 45 bis 50 Zentimetern, mit der Deutsche Pinscher auch auf Reisen noch problemlos ins Auto passen. Möglichst oft mit dabei zu sein, ist dem anhänglichen Hund wichtig – Alleinsein eher ein Gräuel. Im Hundesport läuft er zu Hochtouren auf. Nicht nur im Turnierhundsport punktet er mit seinem Temperament – auch auf dem Agilityplatz und in vielen anderen Disziplinen startet er voller Leidenschaft mit seinem Zweibeiner durch. Der Körperbau des Deutschen Pinschers ist schnittig. Dabei steht seine Kraft dem Schnauzer in Nichts nach. Seine ausgeprägte Muskulatur ist veranlagt und zeichnet sich – vor allem in Bewegung - gut sichtbar unter dem kurzen Fell ab. Der Trab ist die stärkste Gangart des Deutschen Pinschers. Dabei bewegt er sich generell harmonisch, sicher, kraftvoll und zeigt eine gute Schrittweite. Im Trab tritt der flüssige Bewegungsablauf mit kräftigem Schub in den Vordergrund. Jährlich erblicken circa 399 Welpen dieser Rasse das Licht der Welt.

Zwergpinscher

Auch er verzaubert seine Liebhaber mit den Fellfarben einfarbig Rot und Schwarz-Rot. Der Zwergpinscher gleicht in vielen Punkten seinem größeren Verwandten, dem Deutschen Pinscher. Mit einer Widerristhöhe von 25 bis 30 Zentimetern ist er allerdings deutliche kleiner, wobei er keine Verzwergungmerkmale zeigt. Mit durchschnittlich 154 Welpen pro Jahr ist er in etwas halb so stark vertreten wie der Deutsche Pinscher. Rassetypisch sind der schnittige Körperbau, das glatte Haarkleid, der harmonische Körperbau und die ausgewogene Muskulatur. Auf dem kräftigen, lang gestreckten Kopf sitzen hoch angesetzte Ohren. Der Standard lässt v-förmige Ohren mit Klappfalte oder kleine Stehohren zu. Dank seiner Anpassungsfähigkeit
ist der Zwergpinscher ein angenehmer Familienhund. Er vereint ein kesses Temperament mit einer hohen Auffassungsgabe, Freundlichkeit und einer ausgeprägten Spielfreude. Die Treue zu seiner Bezugsperson ist so ausgeprägt wie seine Wachsamkeit, wobei auch der Zwergpinscher nicht zum Kläffen neigt. Gerne begleitet der aktive, robuste Hund seine Menschen auf ausgedehnten Wanderungen. Da er zudem leicht erziehbar ist, eignet sich der Zwergpinscher auch für Menschen mit wenig Hundeerfahrung.

Affenpinscher

Bei ihm ist alles anders. Nicht nur, dass er mit durchschnittlich 20 bis 30 Welpen pro Jahr eine echte Rarität ist - der Affenpinscher ist durch und durch eine eigene Erscheinung. Mit seinem kugeligen Kopf und den
runden Augen zieht er die Blicke auf sich. Der kurze, gerade Nasenrücken, die leicht vorgeschobene Unterlippe – was durch den rassetypischen Vorbiss verursacht wird – sowie der kräftige Kinn- und Backenbart mitsamt buschigen Augenbrauen und radial abstehendem Kopfhaar verleihen dem zwischen 25 und 30 Zentimeter großen Pinscher entfernt das Aussehen eines Äffchens, was vermutlich auch zur Rassebezeichnung führte. Klugheit, Einfühlungsvermögen und Anpassungsfähigkeit zeichnen die langlebige Rasse aus, die sich mit einem flüssigen Trippelgang dahinbewegt. Hinzu gesellt sich raues, schwarzes Haar, das zwar generell pflegeleicht ist, aber – wie das Fell der Schnauzerrassen – regelmäßig fachgerecht getrimmt werden sollte. Mut, Wachsamkeit, ein lebhaftes Temperament, Unbestechlichkeit und eine große Liebenswürdigkeit zeichnen die Rasse aus. Und obwohl Affenpinscher auch ganz schön frech sein können, überwiegt ihre geradezu rührende Anhänglichkeit gegenüber ihren Menschen.

Wie wir wurden, was wir sind

Riesenschnauzer: Die urdeutsche Rasse lebte früher auf Bauernund Berghöfen im süddeutschen Raum, wo sie vielseitigen Einsatzfand. Riesenschnauzer wachten unter anderem über Brauereigespanne – vor allem im Münchener Raum, was ihnen den Spitznamen „Münchener Bierschnauzer“ bescherte. Eine gezielte Zucht gibt es seit 1913. Die Basis setzte sich aus mittel- und süddeutschen Schlägen von Bauern- und Hütehunden zusammen. Aus ihnen entstand ein robuster, imposanter Schnauzer, der die Eigenschaften eines Gebrauchsund Familienhundes vereint.

Schnauzer: Die gezielte Entwicklung des Schnauzers ging mit der Gründung des Pinscherklubs im Jahre 1895 einher. Initiiert von Josef Berta erfolgte von da an die Betreuung der glatt- und rauhaarigen Pinscher, wobei der Schnauzer als rauhaariger Pinscher geführt wurde. Damals gab es noch die Farben Pfeffersalz mit Schattierungen von hell- bis dunkel-pfeffersalz, Schwarz mit hellen Abzeichen, Lohfarben und Rotbraun. Die Mehrheit der Schnauzer begeisterte ihre Anhängerschaft jedoch in Pfeffersalz. 1907 erfolgte dann die Gründung des Schnauzerklubs München, der den Fokus auf Mittelschnauzer setzte. Damals sah man den Schnauzer im Münchener Raum oft in Stallungen, weil er sich in der Gesellschaft von Pferden offensichtlich wohl fühlte und erfolgreich Jagd auf unerwünschte Nager machte. Eine Eigenschaft, die ihm den Spitznamen „Rattler“ einbrachte. 1918 erfolgte die Vereinigung beider Klubs: der Pinscher-Schnauzer-Verband entstand. 1921 erfolgte die Umbenennung in Pinscher-Schnauzer-Klub 1895 e.V. Nun erlebte der pfeffersalz-farbene Schnauzer – bis zum Ausbruch des verheerenden Zweiten Weltkriegs – seine Blütezeit. 1.000 Welpen erblickten damals jährlich das Licht der Welt. Die Zahl der schwarzen Welpen lag bei rund 300 pro Jahr. Nach dem Krieg wendete sich das Blatt und der schwarze Schnauzer lief dem pfeffersalz-farbenen den Rang ab. Inzwischen sind beide Farbschläge gleich beliebt und von beiden fallen pro Jahr circa 500 Welpen.

Zwergschnauzer: Um die Jahrhundertwende, also rund zwei Jahrzehnte nach der Erstellung des Rassestandards für Pinscher und Schnauzer im Jahr 1880, kam erstmals die Bezeichnung Zwergschnauzer auf. Josef Berta, der von 1895 bis 1921 Erster Vorsitzender des PSK war, stellte sich Körperbau, Kopf, Behaarung und Wesen des Zwergschnauzers als verkleinerte Form des großen Verwandten vor. 1910 war der Name Zwergschnauzer dann tatsächlich offiziell.

Deutscher Pinscher: Mit seiner Erwähnung im „Deutschen Hundestammbuch“ im Jahr 1880 gehört der Deutsche Pinscher zu den alten deutschen Hunderassen. Seine Vorfahren teilt er sich mit dem Schnauzer, der damals als rauhaariger Pinscher bekannt war. Wobei sich das glatte Haarkleid und die Farbe des Deutschen Pinschers auch schon in den Anfängen vom rauhaarigen Pinscher unterschieden. Die meisten Pinscher waren schwarz mit hellbraunen Abzeichen, einfarbig in Brauntönen bis hirschrot, pfeffersalz-farbig oder blaugrau bis schwarz.

Zwergpinscher: Die Geschichte des Zwergpinschers geht auf das Jahr 1895 zurück. Das Jahr, in dem Josef Berta dazu aufrief, einen Pinscher-Klub zu gründen. Damals existierten zwei Klubs, die sich schließlich vereinten: der Zwerghundeklub Berlin und der bayerische Schnauzer-Klub München. Im Band I des Zuchtbuchs des PSK wurden 3.970 Zwergpinscher erfasst, deren Daten Felix Ebner zuvor mit großem Arbeitsaufwand zusammengestellt hatte.

Affenpinscher: „Äffchen“ sind eine sehr alte Rasse, die bereits Albrecht Dürer in Holz schnitzte. Bis 1896 gehörte auch der Affenpinscher offiziell zur Gruppe der Zwergpinscher. Die konsequente Trennung von Affenpinscher und Zwergschnauzer erfolgte jedoch erst mit Gründung des Pinscher-Schnauzer-Klubs. Damit endete auch die zuvor bestehende Vermischung beider Rassen. Die Züchter setzten den Fokus wieder auf die alte Form. Der Affenpinscher erlebte seine Blütezeit zwischen 1920 und 1940, als durchschnittlich 50 Welpen pro Jahr das Licht der Welt erblickten.

Jubiläum: 125 Jahre

Die Geschichte des Pinscher-Schnauzer-Klub 1895 e.V. (PSK)



Gründung 1895-1900
Josef Berta war der Initiator zur Gründung eines Pinscherklubs, welche alle Pinscherrassen betreuen sollte. Damals wurden auch die Schnauzer als Pinscher (rauhaarige Pinscher) bezeichnet. Die Vereinigung aller Züchter und Liebhaber der glatthaarigen und rauhaarigen Pinscher in einem Klub sollte das damalige Durcheinander von Größen, Formen und Farben ordnen und die Pinscherrassen an den höher entwickelten Stand der anderen Rassenhunde heranführen.
Berta nahm Verbindung zu bekannten Kynologen auf, um die verschiedenen Pinscher-Gruppen zu vereinigen. Am 3. März 1895 legten Berta und Duderstadt in Nordhausen im Hotel Isermann die Grundzüge des neu zu bildenden Klubs fest. Es folgte in Seesen am Harz im grünen Jäger am 23. Mai 1895 die Gründungsversammlung in der die Satzung und die Rassenkennzeichen für die rauhaarigen Pinscher (Schnauzer) beschlossen wurden. Es wurde ein Vorstand gewählt dem Josef Berta, Erfurt, G. Duderstadt, Seesen am Harz und Hermann Seidel, Charlottenburg angehörten.
Die Festlegung der Rassenkennzeichen war hier von besonderer Bedeutung, da die Züchter eine Orientierung brauchten und der Klub seinen Anspruch auf die Festlegung dieser Rassenkennzeichen formulieren musste, um sich von konkurrierenden Vereinen/Klubs abzugrenzen. Noch im Januar 1896 ersucht Josef Berta die Mitglieder in der Zeitschrift Hundesport und Jagd (1896) "dringend... den Ihnen übersandten Entwurf der Rassenkennzeichen des deutschen rauhaarigen Pinschers eingehend zu studieren und das Resultat der Prüfung möglichst bald dem Unterzeichneten (Anm. J. Berta) mitzuteilen".
Aber nicht nur dem Zugpferd -dem heutigen Mittelschlag-Schnauzer- galt die Aufmerksamkeit des Klubs, auch bezüglich der anderen Pinscher-Klub-Rassen galt es, sich der Konkurrenz zu erwehren. Berta verfolgte die Grundidee, den Klub auf sämtliche Pinscher und Schnauzer-Rassen auszudehnen. So beteiligte sich Berta auch an der Diskussion, ob es besser sei, den deutschen Zwergpinscher in einem Spezialklub für alle deutschen Schosshunderassen oder im Pinscher-Klub zu betreuen, wie folgt (Hundesport und Jagd, 1896): "...gestatte ich mir zu bemerken, dass der Pinscher-Klub allerdings sämtliche Pinscherarten in den Kreis seiner Fürsorge gezogen hat. Naturgemäß nimmt aber der große Rauhaarige z.Zt. noch das Hauptinteresse in Anspruch; doch hat der Klub den großen Kurzhaarigen bereits wieder zu Ehren gebracht und schenkt auch den Zwergarten seine volle Aufmerksamkeit. Die Feststellung der Rassenkennzeichen, welche für die großen Pinscher vorliegen und in Kürze publiziert werden, und die Einführung eines Stammbuchs, ist die nächste Aufgabe des Klubs..."
Die Zwergrassen waren noch sehr uneinheitlich ausgeprägt. Ende des 19. Jahrhunderts stand man noch am Anfang der Entwicklung dieser Zwergrassen, aus der später Zwergschnauzer, Zwergpinscher und Affenpinscher als eigene Rassen entstanden.

Die Zeit von 1900 bis 1945
Am 15. Februar 1900, 5 Jahre später, fand erst die 2. Generalversammlung in Erfurt statt. 20 Mitglieder kamen. Weihnachten 1902 wurde das erste Zuchtbuch des Pinscherklubs herausgegeben in einer Auflage von 300 Stück und mit 453 eingetragenen Hunden.
Es war keine leichte Aufgabe für den Pinscher-Klub, in jener Zeit, als zahlreiche hochentwickelte fremde Rassen im Vordergrunde der deutschen Kynologie und in schier uneinnehmbarer Position standen, unserem rückständigen, einheimischen Hund die Bahn frei zu machen und die verdiente Anerkennung und Beachtung zu verschaffen. Und in der Tat ging es langsam genug vorwärts. Mit schwachen, unzulänglichen Mitteln musste jeder Fußbreit Boden erkämpft werden! Aber gestützt auf ein kleines Fähnlein Anhänger und Liebhaber gelang es dem Klub, Schritt für Schritt vorzudringen, die Teilnahme immer weiterer Kreise und damit die Macht und Einfluss zu gewinnen, der zu einer erfolgreichen Arbeit im Sinne seines Zieles und seines Strebens unentbehrlich ist.
Als eines der vornehmsten und wirksamsten Mittel zur Erreichung seines Zweckes galt ihm stets ein umfassendes Zuchtbuch, ein Kompendium alles dessen, was züchterische Wahl und Erfahrung versucht und erreicht hatte, und mit hoher Genugtuung erfüllt es ihn darum heute, den ersten grundlegenden Band einer langen und mühevollen Sammelarbeit ausgeben zu können. Er wird für den denkenden Züchter eine Fundgrube wichtiger Voraussetzungen, Winke und Anregungen sein und ihm manche Enttäuschung ersparen; er möge auch dazu beitragen, unseren vortrefflichen nationalen Hund auf die hohe Stufe züchterischer Vollkommenheit zu heben, die er mit recht zu beanspruchen hat.
1921 wurde der Pinscher-Klub in "Pinscher-Schnauzer-Klub 1895 e.V. (PSK)" umbenannt.
Die Einteilung in die drei Größen Riesen, Mittelschläge und Zwerge war inzwischen durch Neuformulierung der Rassenkennzeichen fixiert worden. Das Zuchtbuch 1924 hatte schon 13.474 Eintragungen.
Die Zwergpinscher erlebten nach dem 1. Weltkrieg ihre Blütezeit. Ab 1925 wurden jährlich 1300 Zwergpinscher in die Zuchtbücher eingetragen. Auf den Ausstellungen waren bis zu 60 Zwergpinscher vetreten. Leider entwickelte sich der Zwergpinscher aufgrund der steigenden Beliebtheit zum Modehund, was Gelegenheitszüchter auf den Plan rief, die die Zucht verwässerten.
Der Riesenschnauzer erhielt 1925 seine Anerkennung als "Gebrauchshund". Dies resultierte aus den Bemühungen der staatlichen "Zucht- und Abrichte-Anstalt Grünheide", die den Riesenschnauzer als Diensthund erheblich förderte. Auch die Firmen Siemens und Halske AG setzten Riesenschnauzer im Werksicherheitsdienst ein. Der PSK führte 1927 den Leistungssiegertitel ein.
Der RDH wurde 1937 in den "Reichsverband Deutscher Kleintierzüchter (RDKI) eingegliedert, um "eine straffere Erfassung und Ausrichtung durch die staatlichen Behörden (Quelle: PSK-Zuchtbuch 1937)" zu erhalten.
Der PSK hatte jetzt keinen 1. Vorsitzenden mehr. Josef Best musste sich mit der Bezeichnung Reichsobmann und Zuchtbuchführer der "Fachschaft für Schnauzer und Pinscher" begnügen. Der Nationalsozialismus installierte im Rahmen der Gleichschaltung nur einen 1. Vorsitzenden, den des "Reichsverband für das Deutsche Hundewesen (RDH)", der für alle Rassehundevereine zuständig war.
1941 tritt der Reichsverband für Hundewesen (RH) und damit auch der als Fachschaft angeschlossene PSK aus der Fédération Cynologique Internationale (FCI) aus.
Der Krieg schlug gewaltige Lücken bei den Züchtern und insbesondere den Riesenschnauzern, die im Krieg eingesetzt wurden und nicht zu ihren Besitzern zurückkehrten.

Wiederaufbau in West- und Ostdeutschland 1945-1960
Nach dem Krieg war die Vereinsarbeit des PSK so gut wie nicht mehr vorhanden. Aber die wenigen Züchter und Hundehalter, denen es gelungen war ihre Hunde über die Kriegszeit zu retten, ermöglichten einen Neuanfang.
Die Rassezuchtvereine -darunter auch der PSK- begannen sich neu zu formieren. Es entstanden Landesverbände, die sich innerhalb einer Besatzungszone wieder zusammenschlossen. In der gemeinsamen französischen, britischen und amerikanischen Besatzungszone organisierte sich dann der PSK, der am Anfang auch Kontakt zur Ostzone (russische Besatzungszone) hielt.
In der DDR wurde das Hundewesen der "Vereinigung der gegenseitigen Bauernhilfe" zugeordnet. Jede Rasse legte ab 1949 ein eigenes Zuchtbuch an und es erschien die Fachzeitschrift "Der Hund" (1952).
Der PSK war in Landesgruppen, zu denen die Ortsgruppen gehörten, organisiert. Die Zahl der Liebhaber und Züchter der PSK-Rassen nahm stetig zu und bald gab es wieder gut bestückte Ausstellungen, auf denen auch wieder Spitzenhunde gezeigt wurden. Der PSK veranstaltete unter dem Dachverband des VDH (Verband für das Deutsche Hundewesen) große Ausstellungen in ganz Westdeutschland und 1956 sogar FCI-Welthundeausstellung in Dortmund.
In den 50er Jahren war es noch möglich, dass Aussteller und Richter aus der DDR/Ostdeutschland auch an Ausstellungen in Westdeutschland teilnehmen konnten. Auf der Jahreshauptversammlung in Berlin am 30. und 31. Mai 1959 begrüßte Max Kamp besonders die "Zonen-Sportsfreunde" ausder DDR, die an der Versammlung teilnahmen.

Hundeboom in der Zeit 1970-1990
In den 70er und 80er Jahren erlebte das Hundewesen einen Boom ungeahnter Weise, der mit dem sozialen und wirtschaftlichen Aufschwung in Westeuropa einherging. Es gelang dem PSK und insbesondere dem Vorstandvorsitzenden Heinz Höller, die verschiedenen Herausforderungen an den PSK zu meistern:
Steigende Anzahl der Zucht, steigende Anzahl von Mitgliedern (von 3500 auf 13.000 Mitgliedern), Verbreitung des Interesses um den Hund, Mehrung der sportlichen Aktivitäten (z.B. Einführung des PSK-Sportabzeichen 1980).
Unter Heinz Höller verbesserte der Vorstand des PSK Zuchtkontrolle und Zuchtbewertung durch Förderung von Zuchtwarten und -richtern. 1977 wurde das PSk-Zwingergütesiegel eingeführt mit dem die Qualitätskritierien, die für die Zuchtstätte vorgesehen waren, dokumentiert wurde.
1977 wurde unter maßgeblicher Initiative von Heinz Höller die Internationale Schnauzer-Pinscher-Union (ISPU) gegründet. Sinn dieser Union war ein engerer Austausch der Länder zur Förderung der Pinscher und Schnauzer-Rassen. Die Delegierten der Länder trafen sich erstmalig am 19.03.1977 in Bielefeld. Bis heute ist der Präsident der ISPU immer der 1. Vorsitzende des PSK. Ebenfalls 1977 erkennt die FCI den Zwergschnauzer schwarz-silber an und 1983 folgt die Anerkennung des Zwergschnauzers weiß. Die Größe für den Deutschen Pinscher wurde 1973 auf 43-48 cm und nochmal 1987 auf 45-50 cm im Rassestandard geändert. Blaue, isabellfarbene und schokoladenfarbene Pinscher wurden von der Zucht ausgeschlossen (1984).
Ab 1979 wurde die HD (Hüftgelenkdysplasie)-Untersuchung für die Riesenschnauzer, Schnauzer und Deutsche Pinscher zur Pflicht. Zugelassen zur Zucht wurden Hunde mit HD0 (heute A), HD1 (heute B) und HD2 (heute C). HD2 war zugelassen, sofern der Zuchtpartner eine Auswertung von HD1 oder HD2 hatte. Ab 1983 durfte nur noch mit der Auswertung HD 0 oder 1 (heute HD A oder B) gezüchtet werden. Am 1. Januar 1987 wurde gesetzlich das Kupieren der Ohren verboten. Es kam zu einem 20%igen Rückgang der Zuchtzahlen bei allen PSK-Rassen. Einige Züchter stellten ihre Zucht ein, da sie sich mit dem Kupierverbot nicht abfinden konnten oder weil sie der Meinung waren, keine Abnehmer mehr für Welpen zu bekommen. Ende der 80er Jahre normalisierte sich die Situation, weil der Vorstand, Zuchtwarte und Mitglieder sich intensiv mit dieser Situation auseinandersetzten.
Die Geschäftsstelle wird 1991 von Alsdorf nach Remscheid verlegt, wo sie auch heute noch aktiv ist. 1995 feierte der PSK seine 100-Jahrfeier in Gera. In diesen Jahren stand aber noch mit dem Kupierverbot ein weiteres für den PSK wichtiges Thema an. Doch auch wenn der PSK sich nach Kräften bemühte, es zu verhindern: im Jahr 1987 war es dann - zuerst mit dem Kupierverbot für Ohren - soweit. Nach dem deutschen Tierschutzgesetz dürfen heute sowohl Ohren (im PSK seit 1987) und die Rute (im PSK seit 1998) nicht kupiert (beschnitten) werden. Doch die Welt drehte sich weiter und so gab es viele weitere Neuerungen:
Am 27. juli 1990 entschied sich der Vorstand des SPK zum Beitritt in den PSK mit Wirkung zum 31. Oktober 1990. Der SPK wurde aufgelöst. Die SPK Ortsgruppen bildeten sich durch Mehrheitsbeschluss zu PSK Ortsgruppen um. Es bildeten sich neue PSK Landesgruppen in Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen. Ab dem 1.11.1990 gelten nur noch die HD-Auswertungen, der HD Auswertungsstellen des PSK. Für alle Zuchthunde unter 2 Jahren waren die Röntgenunterlagen aus DDR-Zeit den Untersuchungstellen des PSK zur Begutachtung zuzulegen.
Der PSK begann und intensivierte in den folgenden Jahren seinen Internet-Auftritt. Die Vorstelllung und Diskussion zu Gesundheitsuntersuchungen (Ellenbogengelenks- und Hüft-Dysplasie, Schilddrüseneunterfunktion, Augen, Herzerkrankungen, Dilute beim Pinscher, Krallenkrebs beim Schnauzer, Allergien, Mytonia congenita) nahmen immmer mehr Raum ein.
Auch die Thematik Genetik bekam in den Publikationen des PSK einen wachsenden Stellenwert. Ein Bereich der intensiver diskutiert wurde war das Thema "Wesentests" und die Auswirkungen auf die Zucht gab es lebhafte Auseinandersetzungen.
Die Satzung aus dem Jahr 1990 wurde umfassend überarbeitet und 2003 auf der Jahreshauptversammlung beschlossen. Ab 2019 wurde das DNA-Profil eingeführt. Jetzt ist ein gesicherter Abstammungsnachweis der PSK-Rassen möglich. Die letzten Jahre stellten den PSk vor neue Herausforderungen. Betrachtet man die Geschichte des Vereins, kann man aufgrund der schon gemachten 125jährigen Erfahrung viel lernen. Viele Fehler, die der Verein gemacht hat, hat er auch schon in der Vergangenheit gemacht und es gab immer Lösungswege und Menschen, die den PSK wieder auf Kurs gebracht haben. Am besten funktionierte der Verein, wenn alle an einem Strang zogen und man die Stärken der Vereinsführung und Mitglieder durch eine gute Personalwahl und -mix genutzt hat. Hätten die Mitglieder des PSK das nicht gemacht, würden wir heute nicht ein 125jähriges Jubiläum feiern.

 

 

 

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