Wie aus Stein gemeißelt
Die Rasse des Monats: Pharaoh Hound
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Pharaoh Hound
Pharaoh Hound
Wenn der Pharaoh Hound regungslos verharrt, sieht er tatsächlich aus wie eine antike Skulptur: so fein konturiert und unfassbar elegant. Schnellt er dann in die Luft und fliegt pfeilschnell dahin, schlägt spätestens jetzt jedem Windhundefreund das Herz vor Faszination bis zum Hals. Der aus Malta stammende Kelb tal-Fenek ist ein überaus faszinierender Vertreter der Hundewelt.
Sie sind aktiv und auf der Suche nach einem schier unermüdlichen Begleiter? Die Freude an Bewegung liegt Ihnen im Blut und die ausgeprägte Spielfreude eines zudem überaus klugen Hundes ist für Sie Lebensfreude pur? Dann könnte ein Pharaoh Hound genau die richtige Rasse für Sie sein. Allerdings ist er gar nicht so leicht zu bekommen. Auf der Suche nach einem seriösen Züchter mit Welpen ist Geduld angesagt, denn es gibt nicht viele, die sich auf diese außergewöhnliche Rasse spezialisiert haben.
Spritzige Lebhaftigkeit
Dabei ist der Pharaoh Hound ein überaus faszinierendes Geschöpf. Seine verbindliche Freundlichkeit ist geradezu rührend. Seine spritzige Lebhaftigkeit bringt gehörig Schwung in jeden neuen Tag. Und da der elegante Vierbeiner auch noch ein robustes Kerlchen und zudem überaus reinlich und pflegeleicht ist, verspricht das Leben mit dem mittelgroßen Vierbeiner jede Menge Spaß – allerdings auch viel Verantwortung.
Als Sichtjäger bringt der Pharaoh Hound eine geradezu enorme jagdliche Motivation mit sich. Doch er reagiert nicht nur auf visuelle Reize, sondern hört dazu auch noch ausgesprochen gut. Seine imposanten Stehohren orten jegliches Geräusch mit höchster Präzision. Er hört das Wild quasi atmen. Ein entspanntes Leben mit einem freilaufenden Hund rückt somit in weite Ferne. Dem pfeilschnellen Jäger ist dabei kein Vorwurf zu machen. Schließlich wurde einst genau für diesen Einsatz gezüchtet.
Faible für Kaninchen
Insbesondere die Jagd auf Kaninchen liegt dem rostbraunen Vierbeiner im Blut — was schon sein mystisch anmutender maltesischer Name Kelb tal-Fenek verrät. Dieser lässt sich mit „Hund für Kaninchen“ übersetzen. Auf Malta, der Heimat des Pharaoh Hounds, setzt man den agilen Vierbeiner traditionell auch als Wachhund ein. Sein aufmerksames Wesen und sein Selbstbewusstsein prädestinieren ihn für diesen Einsatz. Doch damit nicht genug. Auch Schaf- und Ziegenhirten schätzen den Kelb tal-Fenek, der eifrig und effizient dabei hilft, die Herden von einem Weidegrund zum nächsten zu treiben.
Aufmerksamkeit und Bellfreude sind für all diese Einsätze natürlich denkbar gute Eigenschaften. Allerdings teilt nicht unbedingt jeder Nachbar in dicht besiedelten Wohngebieten diese Leidenschaft. Wer den überaus präsenten Malteser als Familienhund hält und nicht abgeschieden lebt, steht somit vor einer Herausforderung. Es erfordert durchaus eine konsequente Erziehung, einem Pharaoh Hound zu vermitteln, dass Bellen nur draußen beim Spielen und Toben oder auf der Rennbahn erwünscht ist. Für ihn ist Bellen ganz einfach Ausdruck größter Lebensfreude. Der maltesische Jagdhund bellt aus vielen Gründen: um seine Menschen zum Spielen aufzufordern, beim Toben, aus Ungeduld und natürlich beim Rennen sowie Coursing. Bei der Erziehung helfen viel Geduld und Konsequenz. Da der Pharaoh Hound schnell begreift und zudem klug ist, neigt er allerdings dazu, Anweisungen seines Menschen zu hinterfragen.
Klug und lauffreudig
Rassespezifische Herausforderungen tragen dazu bei, einen ruhigen und ausgeglichenen Pharaoh Hound zu formen. Rennen und Coursing bieten sich hier an und sind zudem hervorragende Freizeitbeschäftigungen, die den rassespezifischen Eigenschaften des unternehmungslustigen Hundes entgegenkommen. Beschäftigung ist für ihn ausgesprochen wichtig. Ein Leben als reiner Familien- und Ausstellungshund reicht in der Regel nicht, um dem Pharaoh Hound ein glückliches Dasein zu ermöglichen. Dazu gehört übrigens auch Kopfarbeit, denn der kluge Vierbeiner schätzt Herausforderungen. Kommen Kopf und Körper regelmäßig auf ihre Kosten, genießt der anschmiegsame Vierbeiner dann auch geruhsame Stunden an einem kuschelig warmen Plätzchen.
Ohne Leine?
Die hohe jagdliche Motivation stellt Pharaoh-Hound-Halter — wie bereits erwähnt —vor eine ganz besondere Aufgabe. Eine solide Ausbildung und regelmäßiges Training helfen, mit dieser Herausforderung umzugehen. Besteht eine enge Bindung zwischen Mensch und Hund und zudem eine sehr stabile Erziehungsbasis, ist Freilauf ohne Leine denkbar. Dennoch bleibt immer ein Restrisiko. Im Zweifelsfall ist es besser, den schönen Jagdhund nur auf einem abgesicherten Gelände abzuleinen, um weder ihn noch seine Umwelt in Gefahr zu bringen.
Pflege & Gesundheit
Das kurze, glatte Haarkleid des maltesischen Jagdhundes ist sehr pflegeleicht. Schmutz trocknet blitzschnell und fällt in der Regel von selbst ab. Allerdings haften ausgefallene Haare mitunter engagiert an Kleidung, Sofa und Autositzen. Deshalb ist es insbesondere während des Fellwechsels sinnvoll, den Hund zu bürsten. Ein einfacher Gumminoppen-Handschuh eignet sich auch, um loses Haar zu entfernen. Reibt man mit einem feuchten Fensterleder über das Haarkleid, intensiviert sich sein Glanz.
Regelmäßige Ohren-, Augen- und Krallen-Checks runden das Pflegeprogramm des Pharaoh Hounds ab und tragen dazu bei, ihn gesund zu erhalten. Bislang sind keine rassespezifischen Erkrankungen bekannt. Die durchschnittliche Lebenserwartung ist mit bis zu 15 Jahren sehr hoch.
Verschmelzung von Kraft und Anmut
Mit einer Körpergröße von bis zu 63,5 Zentimetern ist der muskulöse Sportler mit dem glänzenden, glatten, rostroten Fell und den kecken Stehohren, die bei der Jagd wie ein Radar funktionieren, ja auch durchaus eine imposante Erscheinung. Ein einziger Blick in seine bernsteinfarbenen Augen reicht, um sein freundliches Wesen zu ergründen. Seine Haltung ist edel. Die Körperlinien sind klar umrissen. Der Körperbau strahlt Kraft, Anmut und Leistungsfähigkeit aus. Und genau das stellt ein Pharaoh Hound auch täglich unter Beweis.
Geduld bei der Welpensuche
Ein wenig Geduld ist erforderlich, wenn man sich dazu entschließt, zukünftig mit einem Pharaoh Hound zu leben. In Deutschland und den Nachbarländern gibt es einige Züchter und auch im Heimatland des schönen Windhundes, der Insel Malta, sind Hunde dieser Rasse zu finden. 2024 und 2023 gab es laut Welpenstatistik des Verbands für das Deutsche Hundewesen e.V. (VDH) keinen einzigen Welpen in Deutschland. 2022 waren es immerhin zehn.
Warum Pharaoh Hound?
Zu Beginn des 20. Jahrhunderts zogen die stehohrigen, im Windhundetyp stehenden Jagdhunde des Mittelmeerraumes und der Kanaren die Aufmerksamkeit verschiedener Kynologen aus Deutschland und der Schweiz auf sich. Ihr schlanker Kopf, ihr eleganter Körperbau und die Stehohren weckten Assoziationen zum ägyptischen Totengott Anubis und zum altägyptischen Tesem-Windhund, was vorübergehend zur Sammel-Bezeichnung Pharaonenhunde führte. Heute wird nur der aus Malta stammende Windhund noch so bezeichnet.
Wie wir wurden, was wir sind
Woher der Kelb tal-Fenek ursprünglich stammt, ist nicht sicher geklärt. Es gibt fraglos Ähnlichkeiten mit dem altägyptischen Windhund, dem Tesem, und den anderen Windhundrassen des Mittelmeerraumes und der Kanaren. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts gelangten bereits vereinzelt Pharaoh Hounds nach Deutschland und in die Schweiz. 1977 wurde der Kelb tal-Fenek von der Fédération Cynologique Internationale (FCI) schließlich mit der Rassebezeichnung Pharaoh Hound registriert. Bildschön und elegant sieht der ursprünglich aus Malta stammende Hund aus, dessen Verspieltheit bis ins hohe Alter anhält. Auf der geschichtsträchtigen Heimatinsel findet man hin und wieder noch Pharaoh Hounds, es gibt aber auch Züchter in Deutschland und den Nachbarländern. Allerdings insgesamt zu wenig. Die Rasse ist weltweit selten und bedarf weiterhin viel verantwortungsvollem Know-hows und züchterischen Engagements, um auch in Zukunft weiter zu existieren.
Weitere Informationen
Deutscher Windhundzucht- und Rennverband e.V.
www.windhundverband.de
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