Irish Wolfhound
Liebenswerter Riese

Die Rasse des Monats: Irish Wolfhound

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Liebenswerter Riese

Man nennt sie Gentle Giants. Zutreffend:
Denn an Größe und Sanftheit sind Irish Wolfhounds kaum zu übertreffen. Während bei anderen Hunderassen die Maximalgröße zählt, gibt es bei den Giganten Mindestanforderungen:
Rüden müssen größer als 79 Zentimeter und schwerer als 54 Kilogramm sein.
Bei Hündinnen gelten 71 Zentimeter und 40,5 Kilogramm als Einstiegshürde in die Zucht.
Unglaublich, dass diese mächtigen Gestalten mit dem imposanten Muskelwerk tatsächlich Windhunde sind. Doch ist es so und angesichts der verblüffenden Leichtfüigkeit beim schnellen Lauf ist das nachvollziehbar.

Fotos: Guillermo Fiorenza, Marcello Poli; Kate Grishakova, Mario Essl;

Beliebt sind Irish Wolfhounds nach wie vor und mit durchschnittlich über 500 Welpen, die pro Jahr vom Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) registriert werden, auch keine seltene Rasse. Dennoch sind sie Hunde mit Anspruch. Sowohl die Aufzucht als auch die Ernährung erfordern viel Know-how, weil sie direkten Einfluss auf Gesundheit und Lebenserwartung nehmen. Die liebenswerten Iren brauchen sehr viel Platz und schätzen ruhige, souveräne Umgangsformen.

Einfach riesig!

Er ist einfach riesig und genau das trifft auch auf seinen Charakter zu. Irish Wolfhounds sehen eben nicht nur imposant aus, sondern verführen Hundefreunde vor allem mit Charme, Pfiffigkeit und Intelligenz. Eigentlich würden sie sich gut am Kaminfeuer einer mittelalterlichen Burg machen. Irish Wolfhounds verbreiten einfach dasem Phänomen. Sieht man die großen, eleganten Gestalten doch allzu oft in der Begleitung im Flair vergangener Jahrhunderte. Vermutlich ist die Filmindustrie nicht ganz unschuldig an dies Damensattel reitender, adeliger Fräulein oder als stolze Meute, die blaublütige Jäger durch die königlichen Wälder begleitet. Doch man sollte sich besser nicht ausschließlich in romantischen Tagträumen ergehen, wenn es um die größte Hunderasse der Welt geht. Die ist nämlich mit der Zeit gegangen und fühlt sich auch in der modernen Gesellschaft sichtlich wohl – vorausgesetzt, man kann den grauen Riesen all das bieten, was sie zum Wohlfühlen brauchen.

Gewisse Ansprüche

Ein Hund von beachtlicher Größe braucht zum Beispiel Platz. In einer kleinen Wohnung im dritten Stock hat ein Irish Wolfhound nichts verloren, selbst wenn man täglich mit ihm spazieren geht. Auch wenn ein eigenes Haus vielleicht kein Muss ist, so erleichtert es doch einiges, wenn man dem rauhaarigen Vierbeiner einen großzügigen, ebenerdigen Lebensraum mit angrenzendem Garten bieten kann. Der Garten alleine reicht wiederum nicht aus, um das Bewegungsbedürfnis des Hundes zu befriedigen.

Powerpakete

Also ist Bewegung gefragt und auch die geistige Herausforderung sollte bei diesen klugen Hunden nicht zu kurz kommen. Coursing und Rennen, bei denen Irish Wolfhounds überaus erfolgreich sind, sind diesbezüglich gute Alternativen. Der Deutsche Windhundzucht- und Rennverband e.V. (DWZRV) bietet regelmäßig Veranstaltungen an, bei denen Irish Wolfhound-Halter auf viele Gleichgesinnte und andere interessante Windhunderassen treffen. Das kann interessant sein, denn auch wenn die anderen Rassen – abgesehen vom Deerhound – optisch wenige Parallelen zum Irish Wolfhound aufweisen, so gibt es doch ähnliche Bedürfnisse.

Der enorme Bewegungsdrang ist ein wichtiger Aspekt, den man sich vor der Anschaffung jedes Windhundes in aller Ruhe durch den Kopf gehen lassen sollte. Die edlen Vierbeiner wurden ursprünglich für die Hetzjagd gezüchtet. Hierzulande werden Windhunde aber nicht für die seit den 30er Jahren des 20. Jahrhunderts verbotene Hetzjagd verwendet. Der außergewöhnliche Bewegungsdrang liegt ihnen dennoch im Blut. Ein Windhundebesitzer muss folglich nach Möglichkeiten suchen, die seinem Vierbeiner gestatten, seine unbändige Lauffreude zu befriedigen.

Da kommen Hunderennen, die keinem kommerziellen Zweck unterliegen, dem rassespezifischen Bedürfnis des Irish Wolfhounds entgegen. Die deutschen Rennen sind nicht mit kommerziellen Veranstaltungen im Ausland zu vergleichen: In Irland, Spanien und den USA sind Windhunderennen zu Recht in Verruf geraten. Wo nur noch das Geld zählt, werden Tiere hemmungslos verheizt und ausgebeutet. Die hier beschriebenen Bahnrennen haben nichts mit diesem skrupellosen Renngeschäft zu tun.

Von April bis Oktober ist in Deutschland Rennsaison: Fast jedes Wochenende gibt es irgendwo eine Veranstaltung, auf der die Windhunde nach Herzenslust hinter einem (leblosen!) Beuteobjekt herjagen dürfen. Solange der Spaß im Vordergrund steht, sind solche Rennen eine tolle Freizeitbeschäftigung. Allerdings sollte kein falscher Ehrgeiz aufkommen. Verbissenheit und Zwang sind keine hundefreundlichen Triebfedern.

Coursing

Auch das so genannte Coursing ist eine tolle Freizeitbeschäftigung, gerade für Irish Wolfhounds:
Hierbei geht es nicht darum, möglichst schnell über eine ovale Bahn zu jagen und als erster das vermeintliche Beuteobjekt zu schnappen. Beim Coursing ist Teamgeist gefragt. Die startenden Hunde müssen zusammenarbeiten, eventuell sogar Hindernisse überwinden und dem vermeintlichen Beutetier letztendlich gemeinschaftlich den Weg abschneiden. Unerfahrene Hunde sollten natürlich wieder langsam und mit Bedacht an diese Sportart herangeführt werden.

Bahnrennen und Coursing sind Beschäftigungsmöglichkeiten, die den angeborenen Bedürfnissen eines Windhundes entgegenkommen. Das bedeutet aber nicht, dass ein Windhund nur dann voll und ganz zufrieden ist, wenn man ihn jedes Wochenende auf eine Rennveranstaltung schleppt. Es gibt zahlreiche andere Alternativen, die der Bewegungsfreude der edlen Jäger ebenfalls entgegenkommen. Wenn man sich allerdings den Ursprung des Irish Wolfhounds vor Augen führt, wird schnell klar, warum er gerade beim Coursing voll in seinem Element ist.

Gelassene Familienhunde

Trotz seiner mächtigen Erscheinung ist der Irish Wolfhound also durch und durch ein Windhund. Seine Bewegungen sind kraftvoll aufgrund der starken Muskulatur, aber trotzdem leichtfüig und lebhaft. Während Irish Wolfhounds im Haus oder in der Wohnung ein ruhiges und unauffälliges Verhalten an den Tag legen, zeigen sie draußen entfesselte Energie. Dabei sind sie kinderlieb und genügsam – also, tolle Familienhunde für Menschen, die es etwas größer mögen und gelassene Souveränität schätzen.

Weitere Informationen

Deutscher Windhundzuchtund Rennverband e.V. (DWZRV)
www.windhundverband.de

Irish Wolfhound Club e.V. (IWC/VDH)
www.iw-info.de

Wie wir wurden, was wir sind

„Irish Dogs of Ireland“, „Greyhounds of Ireland“ oder „Wolfdogs of Ireland“ lauten die ersten historischen
Bezeichnungen für Irish Wolfhounds. Verfasst wurden diese Schilderungen vor circa 2000 Jahren von Autoren des Römischen Reiches. In Irland selbst schätzte man Irish Wolfhounds schon damals als unermüdlichen Begleiter bei der Wolfs-, Hirsch-, Elch- und Wildschweinjagd. Während es im Hoch- und Spätmittelalter noch Unmengen von Wild in Irland gab, reduzierte sich der Bestand bis zum 17. Jahrhundert drastisch. Das hatte vermutlich mit der Weiterentwicklung der Jagdwaffen zu tun. Sie waren inzwischen weitaus zielsicherer als früher. Die Konsequenz: Viele Jäger erlegten das Wild nun erfolgreich mit der Waffe und dezimierten alles, was ihnen vor die Flinte kam. Mit den Wölfen, Wildschweinen und Hirschen drohten auch die stattlichen Irish Wolfhounds zu verschwinden. Hinzu kam, dass die irischen Giganten massiv ins Ausland exportiert wurden, wo man ihre jagdlichen Fähigkeiten trotz verbesserter Waffentechnologie zu schätzen wusste. Das irische Parlament beobachtete diese Entwicklung mit zunehmender Sorge und erließ noch im 17. Jahrhundert ein Dekret, um den Export des Irish Wolfhounds generell zu unterbinden.

Die nächsten schriftlichen Hinweise auf die Existenz dem Urtyp entsprechender Exemplare sind erst für das 19. Jahrhundert nachgewiesen (1803 und 1841). Die Wende setzte genau genommen 1862 ein als sich Captain Graham der traditionsreichen Rasse annahm. Er hatte sich zum Ziel gesetzt, der alten Rasse neues Leben einzuhauchen und wurde bei diesem Bestreben von einigen anderen Züchtern unterstützt. Nach knapp 20 Jahren hatte Captain Graham sein Ziel erreicht. Der Irish Wolfhound schien in Wesen, Größe und Typ wieder gefestigt zu sein. 1855 erfolgte die Festlegung des ersten offiziellen Standards, der sich bis heute nur unwesentlich verändert hat: Gewicht, Substanz, Eleganz und Leichtfüigkeit sollen in einem harmonischen Erscheinungsbild miteinander verschmelzen.

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