Moderner Jagdhund mit Geschichte
Die Rasse des Monats: Epagneul Picard
Hier finden Sie weitere Informationen zu den Rassen:
Epagneul Picard
Epagneul Picard
Moderner Jagdhund mit Geschichte
Der Epagneul Picard ist in vielerlei Hinsicht einzigartig. Er ist nicht nur der kräftigste aller französischen Langhaar-Rassen, sondern fällt zudem durch seine außerordentlich enge Bindung an seinen Hundeführer auf. Der Schwerpunkt der Zucht liegt in der Picardie — vor allem im Departement Somme. Doch auch deutsche Jäger schätzen den hoch passionierten Jagdhund, dessen Ruhe und Freundlichkeit rassetypisch sind.
Er ist der kräftigste Vertreter der französischen Langhaar-Rassen. Der ausgeprägte Jagdverstand des Epagneul Picard, der bereits 1908 vom französischen Verband für das Hundewesen, der Société Centrale Canine (SCC), als eigenständige Rasse anerkannt und von der Fédération Cynologique Internationale (FCI) registriert wurde, überzeugte in den letzten Jahrzehnten auch zunehmend deutsche Jäger. Die große Jagdpassion des schönen Franzosen, die mit einer enormen Ruhe einhergeht, ist ebenso rassetypisch wie die Zuverlässigkeit bei der Nachsuche, die Wasserpassion, die ruhige kurze Suche unter der Flinte und die angewölfte Führigkeit. Die auffallend enge Bindung an seinen Menschen, ist ein herausragendes Merkmal dieser Rasse. Seine jagdlichen Eigenschaften prädestinieren den Epagneul Picard für den modernen, industrialisierten Lebensraum.
Der Epagneul Picard ist ein auffallend schöner Hund, dessen Äußeres viele Menschen anspricht. Der kräftige Vorstehhund aus dem Norden Frankreichs ist zudem ausgesprochen freundlich und sanft. Ein enger Familienanschluss ist wichtig für das gesellige und anhängliche Wesen des überaus geduldigen Vierbeiners, der Kinder liebt. Aufgrund seiner hohen jagdlichen Passion und seiner vielfältigen Fähigkeiten in diesem Bereich sollte er auch jagdlich geführt oder zumindest entsprechend alternativ beschäftigt werden.
Fotos: © Beate Bönke, Laura Giovannini, Sabrina Dargies, Sofie Lüftinger
Freundlich und fröhlich
Der sanfte Ausdruck seiner schönen Augen täuscht keineswegs: Der Epagneul Picard ist ein freundlicher Hund mit einem fröhlichen Wesen. Er bindet sich eng an seinen Menschen und ist dabei der gesamten Familie gegenüber sehr anhänglich. Dennoch schlägt in dem arbeitsfreudigen Vorstehhund das Herz eines passionierten Jagdhundes, der seine Leidenschaft auch gerne auslebt.
Nasenwunder mit enormer Ausdauer
Die Jagd ist die große Leidenschaft des Epagneul Picard, der im Feld, Wasser, Wald und Sumpf gleichermaßen überzeugt. Seine Nasenleistung ist überragend und seine Konzentrationsfähigkeit ausgesprochen hoch. Robustheit, Arbeitseifer und Ausdauer runden das Leistungspaket des französischen Vorstehhundes ab.
Ausbildung mit Einfühlungsvermögen
Der Epagneul Picard ist ein leicht auszubildender Hund, der auf liebevolle Konsequenz und Geduld weitaus besser reagiert als auf Härte. Seine Freude an der Arbeit für seinen Menschen ist angeboren. Mit Motivation und viel Lob lässt sich bei ihm viel erreichen und seine Freude an der Arbeit ein Leben lang erhalten.
Pflege
Das robuste Haarkleid, das den Epagneul Picard zuverlässig gegen Feuchtigkeit, Kälte, Dornen und andere Herausforderungen des jagdlichen Einsatzes in anspruchsvollem Gelände schützt, ist pflegeleicht und kommt mit regelmäßigem Bürsten aus. Nach der Jagd sind mitunter Kletten, Gräser und Zweige aus der Befederung der Rute zu lösen, damit sich dort keine Verfilzungen bilden.
Imposanter Jagdhund
Mit einer Größe von bis zu 62 Zentimetern gehört der Epagneul Picard zu den imposanten Jagdhunderassen. Der Körperbau wirkt stämmig, was von den kräftigen Gliedmaßen unterstrichen wird. Ein sanfter Augenausdruck ist ebenso rassetypisch wie der stolz und fröhlich positionierte Kopf. Auffallend ist auch die ausgesprochen gut entwickelte Vorhand der Rasse. Das Haarkleid zeigt eine dunkelbraune Grundfarbe mit grauen Platten, die sich über den gesamten Körper verteilen. An den Läufen, am Fang und über den Augen sind lohfarbene Abzeichen zu finden. Grauschimmel ist ebenfalls als Farbe erlaubt. Weiß ist hingegen eher unerwünscht. Die seidig behaarte Rute des attraktiven Franzosen ziert eine Fahne.
Gewappnet für die feuchten Täler der Picardie
Es sind die feuchten Täler der französischen Picardie, die das Einsatzgebiet und somit auch die Eigenschaften des Epagneul Picard prägen. Die Jagd in einem höchst anspruchsvollen Gelände formte einen robusten Hund, dessen dichtes, wasserabweisendes Haarkleid einen perfekten Schutz gegen Kälte und Feuchtigkeit bietet.
Familienhund
Der Epagneul Picard ist schön und ausgesprochen freundlich. Diese Eigenschaften begeistern nicht nur Jäger, sondern auch Hundefreunde, die einen reinen Familienhund suchen. Wer sich für einen Epagneul Picard entscheidet, ohne ihn jagdlich zu führen, sollte für einen entsprechenden Ausgleich sorgen. Ausgedehnte Spaziergänge und Freizeitaktivitäten, die eine ausgesprochen feine Nase herausfordern, sollten zum Routine-Programm zählen.
Wie wir wurden, was wir sind
Das französische Könighaus schätzte den Epagneul Picard, der ursprünglich aus der nordfranzösischen Region Picardie stammt. Wobei der Ursprung der Rasse tatsächlich im bäuerlichen Umfeld des 16. Jahrhunderts zu suchen ist. 1670 wurde die Jagd mit Hunden per Erlass untersagt. Bis zum Revolutionsjahr 1789 blieben die Vorfahren des Epagneul Picard ein Privileg des Königshauses und des Adels.
Die aus den Departements Aisne, Oise und Somme bestehende Picardie ist landschaftlich von Feld, Wasser, Wald und Sumpf geprägt. All das erfordert für die Jagd einen robusten, arbeitseifrigen Hund, der über Stunden hinweg Rübenfelder absucht, exzellent vorsteht, Wasserwild aufspürt und eng mit seinem Führer zusammenarbeitet. Letztendlich entstanden zwei Jagdhunderassen, die beide dem Deutsch Langhaar und dem Großen Münsterländer ähneln: der Epagneul Picard und der Bleu de Picardie. Anfangs handelte es sich übrigens auch um nur eine Rasse, die sich später in zwei Rassen aufspaltete. Der Schwerpunkt der Epagneul Picard-Zucht liegt heute im Departement Somme, in dem es kilometerlange Weizen- und Zuckerrübenfelder gibt. Wasserläufe durchsetzen die Brachen, zudem gibt es sumpfige Gebiete. Und dann wäre da noch das Mündungsgebiet der Somme am Ärmelkanal, das die Träume jedes Entenjägers erfüllt. All das prägt den Epagneul Picard, der 1908 als eigenständige Rasse von der Fédération Cynologique Internationale (FCI) anerkannt wurde und heute auch in Deutschland ein geschätzter Jagdhund ist.
VDH-Ausstellungen
Ausstellungen im ÜberblickWas läuft wo?
Dokumente & Downloads
- Ausstellerportal
- Ausstellungsergebnisse
- Sonderleiter/Ringhelfer
- Championtitel
- Anzeige -
- Anzeige -




