Englischer Cocker Spaniel
Der umtriebige Brite mit den langen Ohren

Die Rasse des Monats: Englischer Cocker Spaniel

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Der umtriebige Brite mit den langen Ohren

Der Ausdruck seiner dunklen Augen dringt tief ins Herz. Dabei ist der English Cocker Spaniel alles andere als ein verwöhnter Melancholiker. Der umtriebige Brite mit den langen Ohren begeistert als Familien-, Jagd- und Diensthund.

Fotos: Spaniel Club Deutschland; Bianka Titus-Langer; Margret Scriba-Färber; Maria Hohenhaus; Jagdspaniel Klub

Das Einsatzgebiet des smarten Briten lag von Anfang an bei der Jagd. Stöbern, spurlautes Jagen, Apport und Schweißarbeit sind die eigentlichen Stärken des schönen Spaniels. Und auch als Rauschgifthund an Bahnhöfen und Flughäfen sind English Cocker Spaniels bewährt. Ihr hervorragender Geruchssinn macht es möglich. Doch der Hund mit dem melancholischen Touch im Blick ist auch ein zauberhafter Familienhund. Nicht umsonst gehört er seit vielen Jahren zu den beliebtesten Hunderassen Deutschlands. Dennoch sollte man sich vor der Anschaffung eines English Cocker Spaniels bewusst machen, dass es sich bei ihm um einen waschechten Spaniel handelt. Ein hohes Bewegungsbedürfnis ist ebenso rassetypisch wie der Wunsch nach abwechslungsreicher Beschäftigung. Ein Spaniel möchte möglichst viel Neues lernen, und zeigt ein reges Interesse an seiner Umwelt. Hecken und Gebüsche laden ihn unweigerlich zu einer ausgiebigen Stöbertour ein, bei der die feine Nase des Hundes zum Einsatz kommt. Wasser zieht die meisten English Cocker Spaniels geradezu magisch an und am liebsten vergnügen sie sich sogar rund ums Jahr im erfrischenden Nass.


Erziehung ist wichtig

Klugheit, Anhänglichkeit und Temperament sind Eigenschaften, die Liebhaber des English Cocker Spaniels schätzen. Die verspielten Vierbeiner strahlen darüber hinaus eine Fröhlichkeit aus, die den Alltag erhellt und das Leben einfach schöner macht. Nun gut, ein Manko gibt es, aber auch darüber lässt sich diskutieren: Kaum ein Hund kann so herzerweichend blicken, wenn es darum geht, einen Leckerbissen zu erbeuten und das schlägt sich – bei entsprechender Erfolgsbilanz – ganz gerne auf der Waage nieder. Letztendlich ist das Betteln aber auch eine Erziehungssache. Und einer konsequenten Erziehung bedürfen English Cocker Spaniels nun einmal. Sie neigen ansonsten ganz gerne dazu, in der Familie den Ton anzugeben. Gutes Benehmen hat übrigens auch mit ausreichend Auslastung zu tun. Das ausgeprägte Temperament des English Cocker Spaniels bedarf der Auslastung. Kommen Bewegung und Abwechslung zu kurz, entwickelt sich der agile Spaniel zu einem unausgeglichenen Zeitgenossen, der dann auch schon einmal unerwünschte Eigenschaften an den Tag legt. Mit liebevoller Konsequenz erreicht man jedoch problemlos das Erziehungsziel. Ausnahmen sollte man dabei meiden. Der pfiffige Spaniel merkt sich nämlich jede Schwäche seines Zweibeiners und profitiert hemmungslos davon.

Jagdliche Motivation

Waren es früher vor allem Jäger, die sich für English Cocker Spaniels begeisterten, so sieht die Rasse heute einem weitaus vielfältigeren Anforderungsprofil entgegen. Als Haus- und Begleithund in Familien fühlt sich der charmante Brite äußerst wohl. Eine sehr enge Anbindung an seine Familie ist ihm wichtig. Man sieht die eifrigen Jagdhunde auf Agility-Plätzen, bei Obedience-Prüfungen und vielen anderen Sportarten, was dem angeborenen Temperament der Rasse natürlich sehr entgegen kommt. Die jagdlichen Fähigkeiten haben sich trotz dieser Entwicklung hin zum Freizeithund nicht zurück entwickelt. Schließlich gibt es nach wie vor viele Cocker Spaniel-Halter, die Wert auf eine jagdliche Führung ihres Hundes legen. Wer einen reinen Familien- und Ausstellungshund möchte, sollte sich bei Züchtern umsehen, die diesen Schwerpunkt innerhalb ihrer Zucht setzen. English Cocker Spaniels aus jagdlichen Zuchten sollten auch in diesem Bereich zum Einsatz kommen. Sie wären mit einer reinen Familienhund-Haltung eventuell unterfordert. Es sein denn, die Familie sorgt für ein rassespezifisches Alternativ-Programm.

Pflege

In punkto Pflege sind Cocker Spaniels relativ unkompliziert. Relativ, weil der perfekte Ausstellungs-Look schon etwas mehr Einsatz erfordert als die Pflege eines reinen Familienhundes. Greift man regelmäßig – mindestens zweimal pro Woche - zur Bürste, reicht das für den Alltag. Idealerweise sollte das attraktive Haarkleid alle ein bis zwei Tage mit dem Strich gebürstet werden. Ohren, Vorderläufe, Brust, Bauch, Hinterläufe und Gesäß werden mit einem groben Kamm gepflegt. Mit einem feinen Kamm entfernt man anschließend gelöste, tote Haare. Verfilzungen entwirrt man vorsichtig mit den Fingern oder schneidet sie notfalls heraus. Eine Bürste mit Metallborsten ist beim Styling auch recht hilfreich. Die Achselhöhlen, Behänge und Fahnen bedürfen besonderer Aufmerksamkeit, weil sich hier besonders leicht Verfilzungen bilden. Wichtig: Das Haarkleid eines English Cocker Spaniels sollte nie geschnitten oder geschoren werden, weil beides die rassetypische Felltextur zerstört. Professionelles Trimmen, das Auszupfen abgestorbener Haare, bringt den gewünschten Erfolg. Die wunderschönen langen Ohren bedürfen regelmäßiger Kontrolle und sollten gereinigt werden, wenn sich darin Verschmutzungen befinden.

Robust und fröhlich

Der sportliche Brite ist mit einer durchschnittlichen Widerristhöhe von 38 bis 41 Zentimetern Widerristhöhe ein mittelgroßer, kompakter Hund mit ausgewogenen Proportionen. Das quadratische Gebäude ist muskulös. Auffallend sind auch der tiefe Brustkorb und die breite, muskulöse Hinterhand. Dadurch wirkt der English Cocker Spaniel robust und genau das ist er auch. Der Kopf des schönen Spaniels sieht aus wie fein gemeißelt und ist sehr ausdrucksvoll. Der kräftige, quadratische Fang ist für den jagdlichen Einsatz (Apport) prädestiniert. Wobei es optisch durchaus Unterschiede zwischen so genannten Gebrauchs-Cockern (Arbeitslinie) und den Normen der Rassehundausstellungen entsprechenden Cocker Spaniels gibt. Und nicht nur das. Auch vom Wesen her unterscheiden sich beide Linien: Gebrauchs-Cocker sind hoch passionierte Stöberhunde, die einen ausgeprägten Spurwillen haben. Ihr hochkarätige Nasenleistung geht Hand in Hand mit einem starken Finderwillen, angewölfter Bringfreude und guten Leistungen als Verlorenbringer. Jagdlich gezüchtete Cocker zeigen meistens auch einen lockeren Spurlaut.


Das unermüdliche Rutenspiel ist Ausdruck der angeborenen Fröhlichkeit des English Cocker Spaniels. Das glatte, seidige Haarkleid sollte keinesfalls drahtig oder wellig sein. - Auch nicht zu üppig oder gar lockig. Die Rasse präsentiert sich in einer herrlichen Farbvielfalt. Einfarbig: Schwarz, Rot, Gold, Leber (Schokoladenbraun), Schwarz mit Loh, Braun mit Loh. Bei diesen Farben ist kein Weiß, außer ein kleiner Fleck an der Brust, erlaubt. Mehrfarbig: Zweifarbig > Schwarz-Weiß; Orange-Weiß; Braun-Weiß; Orange-Weiß. All diese Farben kőnnen mit oder ohne Tüpfelung sein. Dreifarbig: Schwarz, Weiß mit Loh; Braun, Weiß mit Loh. Schimmel: Blauschimmel, Orangeschimmel, Braunschimmel, Blauschimmel mit Loh, Braunschimmel mit Loh.

Weitere Informationen

Jagdspaniel-Klub e.V.
www.jagdspaniel-klub.de

Spaniel-Club Deutschland e.V.
www.spaniel-club-deutschland.de

Verein Jagdgebrauchsspaniel e.V.
www.jagdgebrauchsspaniel.de

Cocker Club Deutschland e.V.
www.cockerclub-deutschland.de

Wie wir wurden, was wir sind

Spaniels gehören zu den ältesten Hunderassen und blicken auf eine interessante Vergangenheit zurück. Sei es die Abbildung auf einer Münze Philipps II. von Makedonien, die als die vermutlich älteste Abbildung eines Spaniels gilt oder die zahlreichen Beschreibungen von Spaniels beim jagdlichen Einsatz. Bis zum 16. Jahrhundert findet sich allerdings nirgendwo die Bezeichnung Spaniel. Die ist erstmals für Aufzeichnungen belegt, die am Hofe Heinrich VIII. gemacht wurden. Auffällig ist die häufige Verwendung des Begriffs Spaniel in William Shakespeares Stücken. Offensichtlich genossen die Spaniels zu seiner Zeit wachsende Popularität.

Zu den Vorfahren des English Cocker Spaniels gehören spanische Vogelhunde. Spaniels und Setter voneinander zu unterscheiden, fällt den meisten Hundekennern leicht. Dabei war diese Trennung längst nicht immer so klar. Bis ins 18. Jahrhundert hinein galt die Unterscheidung als schwierig. In England gab es sogar zum Vorstehen abgerichtete Spaniels, die man offiziell als Setter bezeichnete.

Der Name Cocker ist erst seit Ende des 18. Jahrhunderts geläufig, als man begann, die Spaniels nach ihrer Größe zu klassifizieren. Die kleineren Varianten bezeichnete man fortan als Cocking Spaniel oder Cocker, die größeren Spaniels als Field Spaniel oder English Spaniel. Der Sussex Spaniel bekam eine eigene, dem Ort seiner Herkunft angepasste Bezeichnung. Er stammte aus Sussex. Cocker wurde vom englischen Woodcock (= Waldschnepfe) abgeleitet, weil eben diese in den Wäldern von den Hunden aufgescheucht wurde. Aber auch zu diesem Zeitpunkt wusste niemand, welche Hunde eigentlich genau unter diese Bezeichnung fielen. Obwohl es tendenziell in die heutige Richtung ging, herrschte lange Zeit Wirrwarr um den Cocker Spaniel. Der Typ interessierte anfangs wenig – alle Spaniels unter 25 Pfund Gewicht galten einst als Cocker.

Deshalb blieben Cocker Spaniels lange eine Zwischenstufe zwischen Working Spaniel und Toy Spaniel. Die gezielte Spanielzucht geht übrigens auf das Jahr 1873 zurück. In diesem Jahr erfolgte die Gründung des Kennel Clubs. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts galt die Abgrenzung zwischen den einzelnen Spanielrassen als abgeschlossen und es erfolgten keine Kreuzungen verschiedener Spanielrassen mehr. Im 19. Jahrhundert erfreuten sich Spaniels als Jagdbegleiter großer Beliebtheit. Die Gründung des ersten kontinentalen Zuchtverbands erfolgte 1904. Mit der Gründung des Jagdspaniel-Klubs im Jahr 1907 entstand ein zentraler Anlaufpunkt für Spaniel-Liebhaber und -züchter.

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