Deutsch Drahthaar
Deutschlands beliebtester
Vorstehhund

Deutsch Drahthaar

Anzeige

Deutschlands beliebtester Vorstehhund

Er gehört zu den beliebtesten deutschen Hunderassen. Der Name Deutsch Drahthaar findet sich Jahr für Jahr aufs Neue unter den Top Ten der VDH-Welpenstatistik. Das hat nicht zuletzt damit zu tun, dass sich die deutsche Rasse in der Jägerszene größter Popularität erfreut. Freude an Apport und Wasser zeichnen den Deutsch Drahthaar aus, ebenso wie seine Raubzeugschärfe und glänzende Fähigkeiten auf Schweiß.

So erfolgreich ein Deutsch Drahthaar jagt, so liebenswert und lustig ist er als Familienhund. Die bärtigen Gesellen verzaubern mit ihrem einzigartigen Charakter, ihrem anhänglichen Wesen und der Gabe, ihre Menschen herzhaft zum Lachen zu bringen. Und schön anzusehen ist der fröhliche Raubart auch noch.

Deutsch Drahthaar sind vielseitige, leistungsstarke Jagdhunde. Für Jäger sind das wichtige Faktoren, für Menschen, die lediglich einen umgänglichen Familienhund suchen, den man getrost ohne Leine spazieren führen kann, sind die Fähigkeiten des passionierten Jagdhundes eher von Nachteil. Wird der Hochleistungs-Jagdhund nicht gemäß seiner Veranlagung ausgelastet, kann es zu Problemen kommen.

Deutsch Drahthaar sind ausgesprochen selbstbewusste Hunde, die ihrem Gegenüber auch stets mit dieser Ausstrahlung – jedoch ohne Aggression – entgegentreten sollten. Dieser Wesenszug erfordert eine konsequente Erziehung. Auch wenn die offen blickenden, treuen Augen unter den buschigen Augenbrauen auf den ersten Blick gar nicht so einen ausgeprägt selbstbewussten Charakter vermuten lassen. Und genau hier liegt der Trugschluss: Viele Menschen verlieben sich regelrecht in das treuherzige Gesicht des Deutsch Drahthaars und vergessen dabei, dass es sich bei dieser pflegeleichten Rasse um einen Hochleistungs-Jagdhund mit entsprechendem Anforderungsprofil handelt.

Fotos: Eva Rotter

Attraktive Farbschläge

Bei der Gründung der Rasse gab es überwiegend Deutsch Drahthaar mit braunem Haarkleid. Die Forderung lautete damals „unscheinbar gefärbt“. Neben Braun waren schon Braun mit Abzeichen und Braunschimmel häufig. Schwarz war erlaubt, aber nicht erwünscht. – Heute gibt es den Deutsch Drahthaar in den attraktiven Farbschlägen Braunschimmel, Schwarzschimmel und Hellschimmel. Ein weiterer Blickfang ist sicherlich der dichte Bart, der sich frech über Ober- und Unterkiefer erstreckt. Insgesamt ist der Deutsch Drahthaar eine stattliche Erscheinung. Bei einer durchschnittlichen Schulterhöhe von 57 bis 68 Zentimetern macht der beliebteste deutsche Vorstehhund schon etwas her. Hinzu kommen ein gut bemuskelter Körper und eine breite tiefe Brust. Und robust ist dieser Hund auch noch.

Leistung im Fokus

Dass sich der Deutsch Drahthaar heute in einem einheitlichen Bild präsentiert, kann man auf Rassehundausstellungen nur allzu deutlich sehen. Diese Entwicklung kam natürlich nicht von ungefähr. Schließlich waren die Deutsch Drahthaar-Pioniere weit davon entfernt, planlos vor sich hin zu züchten. „Es ging damals darum, einen möglichst vielseitigen und leistungsstarken Jagdgebrauchshund zu züchten. Er sollte außerdem mit seinem dichten und harten Haar und kräftiger körperlicher Konstitution gegen die Unbilden des Wetters, aber auch gegen Dornen und Brennnesseln, gegen die stechende Sitkafichte und das schneidende Schilf gefeit sein. Das Streben nach Vielseitigkeit bedeutete, dass sowohl im Wasser, bei der Jagd auf Enten, als auch im Feld, wo es Hühner, Fasanen und Hasen vorzustehen und nach ihrer Erlegung zu apportieren galt, gute und unermüdliche Arbeit geleistet werden musste“, so Sigurd Croneiß, Hauptzuchtwart des Vereins Deutsch-Drahthaar e.V. (VDD).

Passion und Temperament

Aus dieser Maxime ergab sich die heutige Erfolgs-Konstellation: Was besonders an diesen kraftvollen Hunden geschätzt wird, ist ihre Passion für die Jagd und ihr Temperament, das niemals in Nervosität umschlägt. Beste Voraussetzungen also für Schweißarbeit, Apport und den jagdlichen Einsatz im Wasser. Der schnelle Vierbeiner gilt darüber hinaus als guter Totverbeller und Bringselverweiser – Raubzeugschärfe inbegriffen. „Vor allem auch im Wald, wo große Dickungen durchstöbert wurden und wo krankes Wild vielleicht über lange Strecken verfolgt werden musste, damit es zur Strecke kam, war ein passionierter und arbeitsfreudiger Hund gefragt“, so Croneiß. Die deutschen Jäger hätten Wert auf einen Jagdhund mit breit gefächertem Leistungsprofil gelegt und sich in diesem Punkt von der britischen Jägerschaft unterschieden. Diese bevorzugte für das Anzeigen von Wild spezielle Rassen wie zum Beispiel den Pointer oder den Retriever für das Apportieren. In Deutschland glaubte man derweil weiter an die rauhaarige Allround-Lösung. Mit Erfolg.

Züchterische Herausforderungen

Es gibt eine weitere Prämisse, die dem Verein Deutsch-Drahthaar e.V. ausdrücklich am Herzen liegt: „Neben der kompromisslosen Leistungszucht bestimmt eine weitere Idee aus der Gründerzeit bis heute den Deutsch Drahthaar. Nämlich die Idee, innerhalb eines gewissen Rahmens, eine weitgehende Freizügigkeit bei der Zucht zu gewährleisten und somit Sachverstand und persönlichen Einsatz der Züchter zu fördern.“

Hierdurch wird die Zusammenarbeit zwischen regionalen Zuchtwarten und Züchtern der entsprechenden Region gefördert. Natürlich gibt es kompetente Beratung, denn Hunde, die zur Zucht eingesetzt werden, müssen harten Auswahlkriterien trotzen. Sie müssen jagdliche Prüfungen bestanden haben und frei von Wesens- oder Körpermängeln sein. Hierzu gehören das Fehlen von Zähnen und genetische Defekte. „Innerhalb dieses Rahmens der Zuchtordnung können die Züchter ihre Zuchtwahl frei von weiteren Vorschriften durchführen. Eine dirigistische Zucht liegt nicht im Interesse des Vereins und der züchterische Erfolg und die Beliebtheit der Rasse zeigen, dass sich der Weg über die Eigenverantwortung des Züchters gelohnt hat“, freut sich der Hauptzuchtwart. Die Anzahl der Erbkrankheiten, sowie die Häufigkeit des Auftretens einzelner Erbkrankheiten, sei im Vergleich zu anderen Rassen sehr gut. „Zum Beispiel wird HD schon seit 1965 freiwillig geröntgt. Seit fünf Jahren haben wir damit ein konstantes Niveau von 95 Prozent HD-frei bei den untersuchten Hunden erreicht. Eine weitere Verbesserung ist bei phänotypischer Beobachtung in der Tierzucht allgemein - ab einem bestimmten Niveau - nicht mehr möglich. Daher wurde im DD 2009 mit der genomischen Forschung begonnen. Seit diesem Zeitpunkt sind die Ergebnisse so abgesichert, dass ich als Hauptzuchtwart damit aktiv Zuchtberatung betreibe“, so Croneiß. Das Gleiche gelte analog für die Osteochondrose der Schulter. Für die Vererbung der craniomandibulären Osteopathie gebe es erste Hinweise für die Zucht durch genomische Zuchtwerte.

Damals entwickelten sich zwei Lager: Züchter, die standardgerechte Hunde wollten und Züchter, die vor allem einen guten Jagdhund wünschten. Der Konflikt war vorprogrammiert: Es kam zu einer Trennung von Griffon-, Deutsch Stichelhaar- und Pudelpointer-Züchtern, die sich im Verein Deutsch-Rauhaar gruppierten. Die so genannten Kreuzungsprodukte sollten sich jedoch zur beliebtesten deutschen Hunderasse entwickeln.

Promis mit Deutsch Drahthaar

Auch die Prominenz hat ein Faible für den beliebtesten Vorstehhund der deutschen Jägerschaft. Zu ihnen gehören König Carl XVI. Gustaf von Schweden, der bereits einen Deutsch Drahthaar für die Jagd auf seinen Besitzungen einsetzte, und der brasilianische Rennfahrer Felipe Massa. Schauspieler Fritz Wepper führt bereits seinen vierten Deutsch Drahthaar und das spanische Königshaus ist schon seit 1936 im Besitz von Hunden dieser Rasse. Die Infantin Alicia de Bourbon, Tante von König Juan Carlos, führte und züchtete selbst Deutsch Drahthaar. Im April 2011 fungierte sie als Schirmherrin einer spanisch-deutschen VJP.

Wie wir wurden, was wir sind

Die Rasse Deutsch Drahthaar ist – im Vergleich zu anderen Jagdhunderassen – noch relativ jung: In vergangenen Jahrhunderten gab es viele Kreuzungen aus verschiedenen rauhaarigen Jagdhundeschlägen. Das wichtigste Zuchtziel: Leistungsfähigkeit. Erst im 19. Jahrhundert richtete sich der Fokus allmählich auch auf die Reinzucht. In Deutschland glaubte man stets fest an die rauhaarige Allround-Lösung und wählte vor etwas über 100 Jahren aus Griffon, Deutsch Stichelhaar und Pudelpointer die besten Exemplare aus, um die Rasse Deutsch Drahthaar zu gründen. Später erfolgten gezielte Einkreuzungen von Deutsch Kurzhaar, um noch bessere Voraussetzungen für Suchen und Vorstehen zu schaffen. Freiherr Sigismund von Zedlitz und Neukirch, auch ‚Hegewald’ genannt, hatte immer gefordert, die Leistungsfähigkeit des Jagdhundes zum obersten Zuchtziel zu erheben. Seine Gedanken wurden zum Prinzip der Deutsch Drahthaar-Zucht. Ihm zu Ehren wird jährlich die ‚Hegewald-Zuchtprüfung’ durchgeführt, auf der die leistungsstärksten Junghunde präsentiert werden.

Premium Partner