Australian Kelpie
Unermüdlicher Worker

Australian Kelpie

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In Australien sind Kelpies aufgrund ihrer vielseitigen Hütehundeigenschaften sehr begehrt — nicht zuletzt aufgrund des dort herrschenden Fachkräftemangels in der Landwirtschaft. In Deutschland gehört der unermüdliche Worker aus Down Under eher zu den seltenen Hunderassen und das nicht ohne Grund.  

Ein Leben als reiner Begleithund ist schier undenkbar. Der Australian Kelpie braucht einen Hütejob — oder eine entsprechende Alternative. Rassespezifisch ausgelastet erweist sich der kompromisslose Worker aber durchaus auch als anpassungsfähiger Familienhund.  

Wenn ein Hütehund einfach frech über die Rücken der ihm anvertrauten Schafe flitzt, dann muss es wohl ein Australian Kelpie sein. Denn diesen direkten Weg wählt der flinke Draufgänger nur allzu gerne, wenn er seine Herde überholt. Kelpies sind in vielerlei Hinsicht eigen. Ihre Auffassungsgabe funktioniert blitzschnell, wobei sie erwünschtes Verhalten ebenso schnell erlernen wie unerwünschtes. Mit messerscharfen Sinnen ausgestattet, registrieren die bemerkenswerten Australier jeden Umweltreiz. Ihre Reizschwelle ist niedrig, sie reagieren sofort. Findet der angeborene, ausgesprochen starke Hütereiz kein Ventil, erklärt der Kelpie Autos, Radfahrer, Jogger, Katzen, Wild und den Familiennachwuchs zum Hüteobjekt. Das kann für alle Beteiligten ganz schön anstrengend werden.  

Fotos: © Laura Bier

Lebhaft und agil

In der Tat: Der Australian Kelpie vereint Lebhaftigkeit und Agilität. Selbstsicherheit ist ihm angeboren – wie auch sein bisweilen überschäumendes Temperament. Seine Familie bewacht der mutige Vierbeiner ebenso überzeugend wie Haus und Hof. Fremden gegenüber ist der sehr bellfreudige Hund oft etwas misstrauisch. 

Hauptsache Action

Der flinke Hütehund sprüht geradezu vor Energie. Seine Leidenschaft für die Hütearbeit ist so ausgeprägt, dass eine Beschäftigung in diesem Bereich sehr sinnvoll ist. Als Familienhund ist er ausgeglichen, wenn er seine Arbeits- und Bewegungsfreude entsprechend ausleben kann. Ist keine Schafherde in Sicht, kommen — zumindest für einige Rassevertreter — verschiedene Facetten des Hundesports in Betracht. Agility bereitet den meisten Kelpies Freude und sie sind dabei sehr erfolgreich. Auch Hüteball-Training ist eine Option. Allerdings ist auch das für einige Kelpies kein dauerhafter Ersatz für die Arbeit am lebenden Tier. Unterforderte Kelpies verleihen ihrer Frustration hemmungslos Ausdruck. Dominanz- und Aggressionsverhalten kommen ebenso vor wie Zerstörungswut und Stereotypien wie das Jagen der eigenen Rute.  

Mehr oder weniger leicht erziehbar

Die Erziehung des unternehmungslustigen Australiers ist relativ einfach. Eigentlich… Seine Sanftmütigkeit geht mit einer guten Führigkeit einher — zumindest im Prinzip… Er schließt sich seiner Familie treu ergeben an, dennoch ist eine konsequente Erziehung angebracht. Nach einem soliden Basis-Training sind die meisten Kelpies dennoch umgängliche und unkomplizierte Begleiter. Vorausgesetzt, ihre Menschen verstehen, mit dem sehr individuellen und eigenen Wesen dieses Hundes umzugehen. Erfahrung mit Hütehunden ist auf jeden Fall von Vorteil. Stupide Wiederholungen schätzen Kelpies gar nicht. Dasselbe gilt für aus ihrer Sicht sinnlose Kommandos. Im Zweifelsfall stellen sie ihren Menschen und dessen Forderungen auch konsequent in Frage. Kreative Ideen und Abwechslung führen am besten zum Ziel. Spezielle Herausforderungen innerhalb der Erziehung sind sicherlich die angeborene Bellfreude des aufmerksamen Hundes und die Tatsache, dass er in der Regel absolut nicht gerne allein bleibt. Auch die Impulskontrolle steht im Fokus. Da Kelpies dazu neigen, Bewegungsreizen hemmungslos zu folgen, bedarf dies auf jeden Fall eines intensiven Trainings. Unkomplizierter wird es, wenn es um die Pflege des umtriebigen Vierbeiners geht. 

Stockhaar mit Unterwolle

Das Haarkleid besteht aus Stockhaar mit kurzer, dichter Unterwolle. Das dichte Deckhaar ist gerade, hart und liegt flach an. Es schützt den Körper wirkungsvoll gegen Regen. Insgesamt sind Kelpies pflegeleicht. Regelmäßiges Bürsten ist jedoch schon erforderlich. Meistens reicht es, ein- bis zweimal pro Woche zur Bürste zu greifen. Während des Fellwechsels ist tägliches Bürsten sinnvoll. Ohren, Augen, Zähne und Krallen profitieren von regelmäßigen Check-Ups. 

Rasante Richtungswechsel inklusive

Muskulös, beweglich agil und mittelgroß kommt der typische Kelpie daher. Rüden erreichen eine Größe von 46 bis 51 Zentimetern. Hündinnen 43 bis 48 Zentimeter. Das Haarkleid besticht in den wunderschönen Farben Schwarz, Schwarz-Loh, Rot, Rot-Loh, Schokobraun und Rauchblau. Die Haare des dichten Deckhaares sind hart und liegen flach an. Der Kopf des Kelpies erinnert etwas an den eines Fuchses. Mandelförmige Augen und ein klar konturierter Fang sind ebenso rassetypisch wie die in einem leichten Bogen herabhängende Rute, die eine kräftige Bürste trägt und bei Erregung angehoben wird. Der Bewegungsablauf des Kelpies ist frei und fließend. Er ist zu rasanten Richtungswechseln fähig. 

Gesund und langlebig

Australian Kelpies werden seit langer Zeit nach Robustheit und Leistungsfähigkeit selektiert, was der Arbeitshunderasse offensichtlich eine stabile Gesundheit und Langlebigkeit beschert. Abgesehen von selten auftretenden Hüftgelenksproblemen und Augenproblemen, sind keine erblich bedingten Erkrankungen bekannt. Eine Lebenserwartung von 15 Jahren und mehr ist bei dieser Rasse keine Seltenheit.  

Wie wir wurden, was wir sind

In seiner Heimat Australien sieht man ihn nach wie vor vielerorts bei der Arbeit an großen Schafherden. Das ist seit vielen Jahrzehnten so und Kelpies sind bei diesem Einsatz voll in ihrem Element. Kein Wunder, denn ihre Vorfahren sind Schottische Collies, denen das Hüten ebenfalls im Blut liegt. 1872 gewann eine Hündin dieser neuen Rasse einen Hütehund-Wettbewerb. Ihr Name war Kelpie und dies sollte auch zur offiziellen Rassebezeichnung werden. Als Stammmutter der Rasse brachte Kelpie Welpen zur Welt, die in Züchterkreisen sehr gefragt waren. Es ist wahrscheinlich, dass zu Beginn der Zucht verschiedene Hütehundrassen eingekreuzt wurden. Dingos gehören nicht — wie immer wieder behauptet wird — zu den Vorfahren des Kelpies. 

 

 

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