Stellungnahme zum Interview mit Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner

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In einem Interview mit RP ONLINE forderte Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner u.a. ein Ausstellungsverbot für bestimmte Hunde wie etwa Mops und Bulldogge: „Wir werden die Ausstellung solcher Tiere verbieten und damit auch den Anreiz für solche Züchtungen nehmen.“

Dabei ist es höchst zweifelhaft, dass ein Ausstellungsverbot bestimmter Rassen tatsächlich ein geeignetes Mittel darstellt, um die nach wie vor hohe Nachfrage gerade bei den kurznasigen Rassen wie zum Beispiel Mops, Französische Bulldogge oder Bulldog zu beeinflussen. Will man die Zucht so genannter Qualzuchten erfolgreich vermeiden, muss man die Ursachen bekämpfen und sicherstellen, dass nur mit gesunden Hunden gezüchtet werden darf, wie dies mit den Zuchtzulassungsprüfungen und Gesundheitsuntersuchungen innerhalb des VDH geschieht. Um dies auch außerhalb der kontrollierten Hundezucht zu erreichen, fordern der VDH und die namhaften Tierschutzorganisationen bereits seit langem ein Heimtierzuchtgesetz.

Selbst die großen internationalen Hundeausstellungen erreichen nur einige Zehntausend Besucher, die sich keineswegs ausnahmslos für brachycephale Rassen interessieren. Viel mehr Einfluss auf deren Popularität hat der Zeitgeschmack, gefördert durch Filme und der Werbung – bei der es um alles mögliche geht aber nicht um den Hund. Die hinter einer Bikini-Schönheit am Strand hinterher hechelnde Bulldogge kennt heute fast jeder, auch wenn man sich nicht für Diätmittel interessiert. Kein Wunder der Clip vor der Tagesschau erreicht regelmäßig über zehn Millionen Zuschauer.

Auch stammt die Mehrzahl der Hunde dieser betroffenen Rassen heute nicht mehr von Züchtern in den VDH-Mitgliedsvereinen. In deren Zuchtbücher werden nur wenige Hundert Welpen im Jahr eingetragen. Bei der Rasse Mops waren es 2017 insgesamt 428 Welpen, bei den Französischen Bulldoggen wurden 237 Welpen geboren und Bulldog-Welpen kamen 9 zur Welt. Die Mehrzahl der Hunde gelangen aus unkontrollierter Zucht überwiegend aus ost- und südosteuropäischen Länder über den Welpenhandel zu den Käufern in Deutschland. Eine Erhebung der Tierregistrierung Tasso aus dem Jahr 2013 macht das deutlich. Denn dort wurden in diesem Jahrgang beim Mops knapp 4.000, bei der Französischen Bulldogge ca. 7.500 und bei der Bulldog annähernd 700 registriert.

Um diesen überwiegend unseriösen Handel mit Hunden, von dem nicht nur die angeführten Rassen betroffen sind, besser kontrollieren und eindämmen zu können, verlangt der VDH gemeinsam mit den Bündnispartner der AG Welpenhandel (www.wuehltischelpen.de) und dem Netzwerk Kennzeichnung und Registrierung eine bundes- und EU-weite Registrierung von Hunden.

Gemeinsam mit der Gesellschaft zur Förderung Kynologischer Forschung (GKF) und Tierärztliche Hochschulen starte der VDH Untersuchungen zur Verbesserung der Gesundheit von kurzschnäuzigen Hunderassen. In enger Zusammenarbeit mit der Bundestierärztekammer und der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft wurden Maßnahmen auf den Weg gebracht, um die Gesundheit dieser Rassen zu verbessern. Zu diesem Zweck hat Prof. Dr. Ingo Nolte von der Tierärztlichen Hochschule Hannover einen Fitnesstest entwickelt, der nach einem streng vorgeschriebenen Standardverfahren und unter kontrollierten Umweltbedingungen auf dem Laufband durchgeführt wird. Es werden unter verschiedenen Laufgeschwindigkeiten und unterschiedlichen Zeiträumen Herz- und Atemfrequenz der Probanden gemessen. Er ist nicht nur für im VDH gezüchtete Hunde, sondern für jeden Mops zugänglich. Der Test ist während der kommenden zwei Jahre kostenfrei.

 

 

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