Neuer Fitnesstest für Möpse

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VDH, GKF und Tierärztliche Hochschulen starten Untersuchung zur Verbesserung der Gesundheit von kurzschnäuziger Hunderasse
 
Brachycephale Hunderassen sind durch eine Verkürzung der Schnauzenregion charakterisiert. Wird dieses Merkmal übertrieben, kann es für das Tier zu gesundheitlichen Einschränkungen kommen. Am auffälligsten sind dann Atemnot und eine Beeinträchtigung der Thermoregulation.

Der bekannteste und auch am meisten verbreitete Vertreter dieses Rassetyps ist der Mops. In den letzten Jahrzehnten ist bei dieser Rasse eine Tendenz zur Übertreibung einiger Rassemerkmale zu beobachten, die zu einer Zunahme der Behinderung der Tiere führte. Bereits vor zehn Jahren hat der wissenschaftliche Beirat des VDH mit der Etablierung eines Belastungstests begonnen, der dieser Tendenz entgegenwirkt. Seit 2009 ist das Bestehen dieses Tests Voraussetzung für die Zuchtverwendung dieser Hunde im VDH.

In den Niederlanden haben sich die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Zucht kurzschnäuziger Hunde verändert. Das entscheidende Kriterium für die Zuchtzulassung ist hier die Länge der Nase im Verhältnis zur Länge des Oberkopfes des Hundes. Nach Ansicht des wissenschaftlichen Beirates des VDH ist dieses Merkmal allein kein ausreichendes Kriterium, um die Fitness eines Hundes wissenschaftlich belastbar zu beurteilen. Eine Reihe weiterer müssen in ihrem Zusammenwirken einbezogen werden.

Vorausschauend hat der VDH bereits vor zwei Jahren begonnen, in enger Zusammenarbeit mit der Bundestierärztekammer und der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft, Maßnahmen auf den Weg zu bringen, um die Gesundheit der Rasse zu verbessern. Zu diesem Zweck hat Prof. Dr. Ingo Nolte von der Tierärztlichen Hochschule Hannover einen Fitnesstest entwickelt, der nach einem streng vorgeschriebenen Standardverfahren und unter kontrollierten Umweltbedingungen auf dem Laufband durchgeführt wird. Es werden unter verschiedenen Laufgeschwindigkeiten und unterschiedlichen Zeiträumen Herz- und Atemfrequenz der Probanden gemessen.

Dieser Test wird ab sofort an den veterinärmedizinischen Fakultäten von vier Universitäten angeboten, nämlich in Gießen, Hannover, Leipzig und München. Er ist nicht nur für im VDH gezüchtete Hunde, sondern für jeden Mops zugänglich. Der Test ist während der kommenden zwei Jahre kostenfrei. Die Finanzierung übernimmt die Gesellschaft zur Förderung kynologischer Forschung (GKF). Das Ziel dieser Studie besteht darin, in der Mopspopulation die belastbaren und somit gesunden Hunde als Grundlage einer besseren Zuchtrichtung zu identifizieren. Wir sind überzeugt, mit dieser groß angelegten Studie eine solide Basis für die Sanierung der Rasse schaffen zu können und wünschen uns eine unbeschwerte Zukunft für den sprichwörtlich fidelen Mops.

 

 

 

Kontaktadressen der Hochschulen für kostenlosen Belastungstest

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