Aktionsbündnis geht gegen miesen Online-Hundehandel vor

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(GM/VDH) Fast 700 Internethunde in nur einem Jahr. Alle im Kassler Tierheim. „Über die Hälfte aller bei uns abgegebenen Hunde wurden zuvor über das Internet verkauft“, berichtet der Leiter des Tierheims und Erste Vorsitzende des Bunds gegen Missbrauch der Tiere, Karsten Plücker (44). Eine alarmierende Bilanz mit steigender Tendenz. In der Wau-Mau-Insel, dem Kassler Tierheim, spiegelt sich das, was deutschlandweit zum Problem wird: Skrupellose Hundehändler, die kranke Welpen zu Dumping-Preisen im Internet verscherbeln.

Gegen diesen Missstand macht sich die Aktion „Wühltischwelpen – nein danke!“ stark. Eine Initiative, die vor zwei Jahren vom Verband für das Deutsche Hundewesen e.V. (VDH), TASSO, dem Bund gegen Missbrauch der Tiere (BMT), der Gesellschaft für Tierverhaltensmedizin und –therapie e.V. (GTVMT), der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz e.V. (TVT) und Vier Pfoten Deutschland ins Leben gerufen wurde. Im Fokus stehen unseriöse Anbieter, die das Internet nutzen, um die Ware Hund anzupreisen. Viele der Welpen kommen aus Osteuropa. Die dortigen Aufzuchtsbedingungen sind haarsträubend. Es gibt Vermehrungsanstalten, in denen Rassehunde und Mischlinge angeboten werden, die sich am lukrativsten vermarkten.

Oft drängen sich viele Hunde auf engstem Raum, in stark verschmutzten Verschlägen. Wurmkuren und Impfungen? Fehlanzeige. Stattdessen gibt es gefälschte Papiere und einen Kleinbus- oder Kofferraum-Transfer nach Deutschland. Dort wird gekauft. Von Menschen, die Mitleid mit den Elendswelpen haben. Und von Menschen, die einen Rassehund zum Schnäppchenpreis wollen. Meistens bereuen sie diese Entscheidung schnell. Denn viele Welpen sind sterbenskrank. Hinzu kommen Verhaltensauffälligkeiten, die aus katastrophalen Aufzuchtsbedingungen und mangelnder Sozialisation entstehen. Kommt der Besitzer nicht klar, was oft passiert, landet der Hund im Tierheim. Zum Beispiel in Kassel.

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