VDH-DM im Turnierhundsport 2018

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26,35 Sekunden Power, Rasanz, Faszination, Leichtathletik mit Hund

So endeten am 14. Oktober die sportlichen Wettbewerbe der VDH Deutschen Meisterschaft im Turnierhundsport mit dem Staffelwettbewerb im CSC. Schon in den Vorläufen des CSC-Wettbewerbes begeisterte die gemischte Mannschaft des dhv mit Alexander Nicht mit Mojito, Elias Becker mit Leilani und Fabian Gegenheimer mit Amy die zahlreichen Zuschauer, Starter und Freunde des Turnierhundsports. Denn schon hier erlief dieses Team zwei 27er Zeiten. Aber was sie dann im Finale gegen das Team der Six Packs (dhv) ablieferten, setzte dem ganzen noch die Krone auf. Alex Nicht hechtete in großen schnellen Schritten seinem Border Collie Mojito hinterher, der deutlich schneller war als sein Herrchen und den Parcours blind laufen konnte. Nach einem perfekten Wechsel gaben Elias Becker und Lelani Gas. Schon an den Hindernissen vor der Wendestange blieb Lelani bei Fuß, um dann nach der Wendestange in Sektion 2 zusammen mit ihrem Herrchen den Turbo zu zünden und trotzdem hervorragend sauber am Fuß zu laufen. In dieser Geschwindigkeit schaffen das keine Handvoll Teams in Deutschland. Nach einem weiteren perfekten Wechsel starten Fabian Gegenheimer und sein Mischling Amy. Und wie sie liefen. Alle Zuschauer hatten den Eindruck, dass zuvor ein Flitzebogen gespannt worden wäre, der dieses Team über die 40m geschossen hatte. Die Laufzeit stoppte nach 26,35 Sekunden mit einem neuen Deutschen Rekord im CSC. Faszinierender kann eine VDH-DM im Turnierhundsport nicht enden und besser kann man nicht demonstrieren, dass Turnierhundsport Leichtathletik auf 6 Pfoten ist!

Begonnen hatte die VDH-DM-THS 2018 am Tage zuvor in der wunderschönen Sportanlage in Ladenburg, die einigen Startern noch von der dhv-DM-THS 2010 als genialer Austragungsort in Erinnerung war. So war es auch in diesem Jahr, denn den Top-Sportlern mit Hund aus ganz Deutschland standen jeweils ein Fußballplatz für den Gehorsam und die sportlichen Disziplinen zur Verfügung und dazu noch ein weiterer Sportplatz auf dem sich die Teams aufwärmen konnten. Es ist ein Traum für alle Beteiligten, wenn ein Hundesportverein die Möglichkeit hat, solch eine geniale Anlage von der Stadt für eine Deutsche Meisterschaft zur Verfügung zu bekommen.
Ein Traum war es auch, wie sich der VdH Ladenburg (zusammen mit dem swhv und dem dhv) um die Top-Teams aus ganz Deutschland gekümmert hat. Das begann schon mit der Anmeldung auf der Platzanlage des VdH Ladenburg, bei der man von mehreren Damen sehr freundlich begrüßt wurde und liebevoll und mit vielen Informationen die Anmeldung abgewickelt wurde. Über die Verpflegung, die vom reichhaltigen Frühstück, einem sehr leckeren Mittagessen, reichlich bunten Kuchen oder auch tolles Eis keine Wünsche offen ließen, bis zu vielen Verkaufsständen, an denen man Erinnerungsshirts, Hundedecken, Leckerlis, Spielzeuge, als auch Leinen, Geschirre und Scooter für den CaniCross-Sport kaufen konnten.

Damit sind wir auch schon bei der ersten Disziplin der Deutschen Meisterschaft, dem 2000m- und 5000m-Geländelauf angekommen. Hatten einige alte Hasen noch die 2000m- Asphaltpiste aus 2010 in Erinnerung, waren alle sehr erfreut, dass sich der VdH Ladenburg sehr viel Mühe gemacht hat für beide Streckenlängen rund um das Stadion tolle Laufstrecken auszuarbeiten, die beide mit einem für die Zuschauer tollen Zieleinlauf über die Tartanbahn im Stadion endeten. Im Nachhinein waren sich alle Starter einig, dass man rund um das Stadion keine schöneren Strecken hätte finden können. Die schnellsten Laufzeiten über 5000m erliefen Kathleen Heine mit Kiwi (19:01 min) und Jan Dumbeck mit Yepa (16:33 min) beide vom dhv. Hervorragend trainiert für diese Strecke waren auch die weiblichen Jugendliche Xenia Nitschke (21:53 min) und die weibliche Seniorin Petra Gürntke (20:58 min), die beide Altersklassensiege für den DVG erlaufen konnten. Noch schneller unterwegs waren nachfolgend die 2000m-Geländeläufer, bei denen sowohl bei den Damen, als auch bei den Herren Siegerzeiten von unter 6 min erlaufen wurden: Annelie Habermann mit Tucker (dhv) siegte in 5:48 min und Lars Reichelt mit Smaug (dhv) siegte in 5:29 min. Getoppt wurden diese Zeiten noch von Uwe Raupach in seinem Handbike zusammen mit seinem Airedale Terrier Eragon (DVG). Sie waren das schnellste Para-THS-Team und siegten überlegen in 5:07 min.

Leider wurde der Geländelauf etwas durch die sommerlichen Temperaturen getrübt. Da der erste Start erst um 11:00 Uhr bei Temperaturen von knapp über 20 Grad stattfand, hatten mehrere Teams ihre Starts zurückgezogen. Hut ab, an dieser Stelle, für jeden einzelnen, der für sich und/oder seinen Hund diese, sicherlich nicht leichte, Entscheidung getroffen hat und hiermit auf seine eigene Gesundheit oder die des Hundes Rücksicht genommen hat. Da es aber auch Menschen und Hunde gibt, die auch bei warmen Temperaturen noch ohne gesundheitliche Probleme 2 oder 5 km laufen können, gilt auch diesen ein Lob für ihre Entscheidung zu laufen und sie sind ohne wenn und aber verdient VDH Deutsche Meister im Geländelauf geworden. Unfair ist es allerdings dem Ausrichter aus Ladenburg dafür verantwortlich zu machen, dass der Geländelauf erst in der Mittagszeit gestartet wurde. Denn hierfür ist dieser nicht verantwortlich.

Beendet wurde der erste Tag mit den Vorläufen im CSC. Wie schon eingangs erwähnt begeisterte hierbei schon das spätere Siegerteam Nicht/Becker/Gegenheimer bei den Erwachsenen und es zeigte sich, dass fast alle Teams deutlich unter 30 Sekunden laufen konnten. Aufgrund von individuellen Fehlern vieler Mannschaften waren am Ende des Tages schwache 64,05 Sekunden aus zwei Läufen ausreichend um in das Finale der Besten acht Mannschaften einzuziehen. Richtig viel Spannung versprach am nächsten Tag das Finale der Jugend-CSC-Mannschaften, da die ersten sechs Teams der Vorläufe sehr nah beieinander lagen.

Der Sonntag begann mit der Königsdisziplin des Turnierhundsports, dem Vierkampf-3 und hier bewahrheitete sich die Philosophie der letzten Jahre: „In so einem starken Starterfeld kann man nur mit einer soliden Gehorsamsleistung gewinnen!“  Hervorragend gestartet mit dem Gehorsam waren die Titelverteidiger aus dem Vorjahr: Kevin Ament mit Ajax (dhv) erreichte 55 Punkte und Naomi Höner mit Liz (DVG) erlief die Tagesbestpunktzahl von 59 Punkten. Von der Gehorsamsvorführung von Naomi und Liz hätte man ein Lehrvideo drehen können, so beeindruckend souverän präsentierte sich dieses Team. Der entscheidende Unterschied zu den fünf weiteren Teams in der Aktivenklasse weiblich, die ein vorzügliches Ergebnis erliefen war die Ausstrahlung von Naomi und Liz. Bei keinem von beiden war die Nervosität zu erkennen. Beide hatten während der gesamten Gehorsamsvorführung ein Lächeln auf den Lippen und wirklich jeder konnte erkennen, die beiden haben richtig Bock auf Gehorsam und wollten der gesamten Welt zeigen, was sie für ein tolles Team sind. Mit wahnsinnig schnellen Laufzeiten ließen die beiden Titelverteidiger im Vierkampf auch im Hürdenlauf, Slalomlauf und Hindernislauf nichts anbrennen und verteidigten beide souverän mit jeweils 282 Punkten ihre Titel. Einen ganz herzlichen Glückwunsch an beide auch an dieser Stelle für die tolle Titelverteidigung. Höchste Spannung und das größte Zuschauerinteresse gab es dann in den abschließenden Finalläufen im CSC. Sieger bei den Jugendlichen wurde das dhv-Team des HSV Karlsbad/HSV Mühlacker sehr knapp vor den Dancing Dogs des DVG mit Greta Schürmann und Joey, Josie Lee Jones und Dana und Helen Koller und Sofie.
Noch mehr kochte das Stadion dann beim CSC-Finale der Erwachsenen, bei dem sich das Siegerteam zu immer schnelleren Topzeiten puschte und diesen dann im letzten Lauf mit einem neuen Deutschen Rekord von 26,35 Sekunden gewann. Top-Leistung Jungs und wir freuen uns schon darauf, euch im nächsten Jahr bei den VDH-DM-THS 2019 wieder zu sehen!

Abschließend noch einmal ein ganz großes Dankeschön an den VdH Ladenburg, der zusammen mit dem swhv und dem dhv eine wunderschöne VDH-DM-THS auf die Beine gestellt hat, bei dem sich alle DVG-Teams und Zuschauer rundherum wohl gefühlt haben. Wir möchten uns hierfür bei allen Helfern, die zu dieser Veranstaltung beigetragen haben ganz herzlich bedanken. Ihr habt alle einen tollen Job gemacht und wir würden sehr gerne in ein paar Jahren wieder zu einer VDH-DM-THS zu euch in das Römerstadion nach Ladenburg kommen.

Text: Martin Schlockermann, DVG-OfT
Bilder: Sascha von Rhein (Animal Lights)

Lars Reichelt mit Smaug (Gesamtsieger 2000m) beim Zieleinlauf

Lars Reichelt mit Smaug (Gesamtsieger 2000m) beim Zieleinlauf

Vera Plate mit Volcana (Platz 2, 5000m, Aktivenklasse weiblich)

Vera Plate mit Volcana (Platz 2, 5000m, Aktivenklasse weiblich)

Markus Niemeier mit Fynn (Platz 3, 5000m, Seniorenklasse männlich)

Markus Niemeier mit Fynn (Platz 3, 5000m, Seniorenklasse männlich)

Frank Lischer mit Bad Tiger (Platz 2, 2000m, Seniorenklasse männlich)

Frank Lischer mit Bad Tiger (Platz 2, 2000m, Seniorenklasse männlich)

Uwe Raupach mit Eragon im Handbike beim Kampf auf den letzten Metern

Uwe Raupach mit Eragon im Handbike beim Kampf auf den letzten Metern

Alex Nicht und Mojito im Frankfurter Kreisel (Siegerteam im CSC)

Alex Nicht und Mojito im Frankfurter Kreisel (Siegerteam im CSC)

Elias Becker mit Leilani auf Sektion 2 (Siegerteam im CSC)

Elias Becker mit Leilani auf Sektion 2 (Siegerteam im CSC)

Fabian Gegenheimer mit Amy auf Sektion 3 (Siegerteam im CSC)

Fabian Gegenheimer mit Amy auf Sektion 3 (Siegerteam im CSC)

Frauen Power im CSC – Evelyn Schudell mit Cody

Frauen Power im CSC – Evelyn Schudell mit Cody

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