Hundegesundheit

Wie bleibt der Hund gesund? Dazu gehört nicht nur das richtige Futter, sondern auch eine gründliche Pflege und eine regelmäßige Betreuung durch den Tierarzt. Für ein fröhliches und langes Hundeleben.

Hundeimpfungen

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Mithilfe von Schutzimpfungen können Hunde gegen gefährliche Krankheiten gewappnet werden. Denn durch eine Impfung bildet der Körper spezifische Abwehrstoffe. Kommt der Hund dann mit dem entsprechenden Erreger in Kontakt, ist das Immunsystem imstande, sich effektiv zu wehren.


Die Ständige Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) bewertet als weisungsunabhängiges Expertengremium in Deutschland den Einsatz von Impfstoffen in der Tiermedizin. Basierend auf den neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen veröffentlicht die Kommission regelmäßig aktualisierte Impfempfehlungen. Die Veterinärmediziner unterscheiden dabei zwei Gruppen von Impfungen:

  • Impfungen gegen Krankheiten, vor denen jeder Hund zu jedem Zeitpunkt geschützt sein sollte (so genannte Core-Vakzinen) und
  • Impfungen gegen Krankheiten, vor denen Hunde unter bestimmten Voraussetzungen geschützt werden sollten (so genannte Non-Core-Vakzinen).

Core-Vakzine

Die Core-Impfungen schützen nicht nur Ihren Hund vor schlimmen, mitunter tödlich verlaufenden Krankheiten, sondern können durch den flächendeckenden Einsatz schlimme Epidemien in der Hundepopulation verhindern. Dazu gehören die Impfungen gegen Staupe, Parvovirose, Leptospirose, Hepatitis contagiosa canis (HCC) und Tollwut.


Die Grundimmunisierung baut in den ersten zwei Lebensjahren einen umfangreichen Schutz gegen die gefährlichen Erreger auf. Sie besteht aus den Einzelimpfungen in der 8., 12. und 16. Lebenswoche und dem 15. Lebensmonat.


Wie beim Menschen hält der Impfschutz aber nicht das ganze Leben lang. Deshalb müssen die Impfungen in regelmäßigen Abständen aufgefrischt werden, um einen durchgehenden Schutz zu gewährleisten. Dies hängt von den individuellen Umständen der Hunde ab und muss zusammen mit dem Tierarzt festgelegt werden.

  • Für Leptospirose gilt die jährliche Wiederholungsimpfung
  • HCC, Parvovirose, Staupe erfolgen in einem Rhythmus von bis zu drei Jahren
  • Tollwut: gemäß Herstellerangaben

Non-Core-Vakzinen

Non-Core umfasst alle Wahlimpfungen. Die Notwendigkeit dieser Impfungen hängt von Alter, Konstitution und Infektionsrisiko des Tieres sowie den Haltungs- und Umweltbedingungen ab.


Für Hunde, die sich viel im Freien aufhalten und von Zecken befallen werden, empfiehlt sich die Impfung gegen Lyme-Borreliose. Welpen können ab einem Alter von 12 Wochen geimpft werden. Weitere Impfungen folgen nach 3 bis 5 Wochen, dann nach 6 Monaten. Aufgefrischt wird danach einmal jährlich – am besten vor Beginn der Zeckensaison im Frühjahr. Laut Zeckenschutzumfrage des VDH aus dem Jahr 2015 nehmen etwa 22 Prozent der Hundehalter diesen Schutz für ihren Hund bereits in Anspruch. Mehr zum Thema Borreliose erfahren Sie unter www.zecken-im-fell.de.


Für sozial aktive Hunde mit häufigem Kontakt zu Artgenossen sollten Halter den Schutz vor Zwingerhusten in Betracht ziehen. Das gilt in Tierpensionen, Welpengruppen oder auf dem Hundeplatz gleichermaßen.


Für Hunde in der Zucht ist zudem die Herpes-Impfung relevant. Dabei wird die trächtige Hundemutter geimpft, um über die Muttermilch die Welpen vor den Herpesviren zu schützen. Das Virus kommt bei etwa 20 bis 30 Prozent der Hundezuchten in Deutschland vor und verursacht das „infektiöse Welpensterben“. Auch wenn die Infektion beim erwachsenen Hund meist nicht sichtbar ist, kann die Übertragung auf die Jungtiere tödlich enden. Der Schutz wird erzielt durch zwei Impfungen – die erste während der Läufigkeit oder 7-10 Tage nach dem angenommenen Decktermin, die zweite 1 bis 2 Wochen vor dem erwarteten Geburtstermin.


Sprechen Sie bei der jährlichen Gesundheitsberatung mit Ihrem Tierarzt über das Impfprogramm Ihres Hundes. Ihr Tierarzt kann am besten einschätzen, welche Impfungen für Ihren Hund sinnvoll sind.

Entwurmungen

Würmer gehören neben Zecken und Flöhen zu den häufigsten Parasiten beim Hund. Doch anders als die kleinen Blutsauger im Fell leben sie im Inneren des Hundes. Dort entziehen sie dem Hund oft unbemerkt wichtige Nährstoffe. Ein Befall ist in der Regel schwer zu erkennen. Erst ein starker Wurmbefall macht sich durch Gewichtsverlust, Blutarmut und Darmverschluss bemerkbar. Für junge und geschwächte Tiere kann das dann schnell lebensbedrohlich werden.


Auch für Menschen können Würmer, vor allem deren Larven, zu ernsten gesundheitlichen Problemen führen. Um die Ansteckungsgefahr zu mindern und dem oft unbekannten Risiko einer Wurmerkrankung entgegenzuwirken, sollten Hunde regelmäßig entwurmt oder zumindest Kotuntersuchungen durchgeführt werden. Hierzu sind Intervalle von 1-3 Monaten üblich. Wie oft eine Wurmkur erforderlich ist, hängt hauptsächlich von den Haltungsbedingungen ab. Fragen Sie Ihren Tierarzt nach dem für Ihren Hund sinnvollsten Behandlungsschema. Durch Vorbeugung kann man sich, seinen Kindern und auch den Tieren viele Unannehmlichkeiten ersparen. Mittlerweile gibt es Mittel, die mehrere Parasitenarten gleichzeitig bekämpfen.

Ansteckung und Wurmarten

Meistens nehmen Hunde Wurmeier beim Schnüffeln am Kot befallener Tiere oder über kontaminierte Erde auf. Auch der Kontakt mit Artgenossen kann für eine Infektion ausreichen, da Wurmeier häufig am Hundefell haften. Und selbst daheim ist eine Infektion möglich, wenn die robusten Eier mit den Schuhen in die Wohnung getragen werden.


Zu den häufigsten Würmern in Deutschland gehören die Spulwürmer. Etwa 7 Prozent der deutschen Hunde tragen diese Wurmart in sich. Bei Welpen ist die Zahl der Befallenen mit 58 Prozent deutlich höher, denn die Wurmlarven, die sich im Gewebe der Hundemutter eingenistet haben, werden durch die Trächtigkeit aktiviert und befallen die Welpen im Mutterleib oder über die Muttermilch.


Für Menschen kann eine Infektion mit Spulwurmeiern teilweise auch schwerwiegende Folgen haben. Da der Mensch für den Hunde-Spulwurm ein „Fehlwirt“ ist, entwickeln sich  die Larven nicht zum erwachsenen Wurm weiter. Sie wandern stattdessen durch den menschlichen Körper und verursachen dabei Entzündungsreaktionen in den verschiedensten Organen und im schlimmsten Fall auch Schäden in den Augen oder im Gehirn.


Auch Haken-, Peitschen- oder Herzwürmer können für Hunde zum Problem werden – in bestimmtem Fällen auch Bandwürmer. Letztere werden vor allem über kleine Beutetiere oder rohe Innereien übertragen und sind daher insbesondere für Beutefänger oder Jagdhunde relevant.


Weitere Informationen zu Würmern und Bekämpfungsstrategien finden Sie unter www.hund-katze-wuermer.de und www.parasiteparty.com.

Parasitenschutz

Sie sind weit verbreitet und gehören zu den unbeliebtesten Plagegeistern in Deutschland: Zecken und Flöhe. Die kleinen Blutsauger sind nicht nur lästig für den Hund, sondern stellen auch ein Gesundheitsrisiko dar. Denn Zecken können beim Blutsaugen gefährliche Krankheiten übertragen. So finden sich im Speichel jeder dritten Zecke Borrelien – Bakterien, die eine Borreliose auslösen können. Auch Anaplasmose- und Babesiose-Erreger können von der Zecke in den Hund gelangen. Ein Flohbefall führt hingegen nicht nur zu unangenehmen Juckreiz, sondern kann Auslöser für Allergien und Hauterkrankungen sein. Aus diesem Grund ist ein Schutz vor den Plagegeistern für unsere Hunde in aller Regel unerlässlich.

Zeckenbefall vermeiden

Ab einer anhaltenden Temperatur von ungefähr 6°C sind Zecken aktiv. Um einen Wirt zu finden, klettern die kleinen Blutsauger auf nahezu alle Pflanzen in eine Höhe von bis zu 1,5 Metern. Streift der Hund beim Spazierengehen die Pflanze, klammert sich die Zecke blitzschnell im Fell des Tieres fest. Das lässt sich beim Auslauf in der Natur kaum verhindern. Deshalb raten Tiermediziner meist zu drei Maßnahmen – je nach Infektionsrisiko für den Hund:

  • Suchen Sie Ihren Hund nach dem Aufenthalt im Freien nach Zecken ab und entfernen die Blutsauger rasch. Fassen Sie die Zecke beispielsweise mit einem Zeckenhaken  möglichst hautnah. Bedenken Sie dabei: Zecken sind, bevor sie sich mit Blut vollsaugen, eher klein und können leicht in dichtem Hundefell oder auf größeren Hunden übersehen werden.
  • Verwenden Sie ein geeignetes Zeckenschutzmittel und wenden Sie es regelmäßig nach den Herstellerangaben an. Die Wirkdauer kann sehr unterschiedlich sein. Es gibt beispielsweise Spot-Ons, Halsbänder, Sprays und alternative Mittel sowie inzwischen auch verschiedene Kautabletten. Meist schützen die Präparate zugleich vor weiteren Parasiten.
  • Lassen Sie Ihren Hund gegen Borreliose impfen, wenn dafür ein Risiko besteht.

Flohbefall behandeln und vorsorgen

Ein Flohbefall ist für Zwei- und Vierbeiner gleichermaßen lästig. Dabei lösen Flohstiche einen starken Juckreiz aus. Neben Hauterkrankungen und Allergien können Flöhe auch für den Befall mit bestimmten Bandwürmern verantwortlich sein, sollte ein infizierter Floh bei der Fellpflege vom Hund verschluckt werden.


Wenn sich Ihr Hund häufiger als sonst kratzt, kann das ein erster Indikator für einen Flohbefall sein. In diesem Fall sollten Sie das Fell genauer untersuchen. Bürsten Sie den Hund gründlich. Fallen dabei weiße Eier und schwarz-braune Krümel aus dem Fell, hat Ihr Hund Flöhe. Diese Spuren finden sich auch in der Umgebung, vor allem an den Liegestellen. Denn nur 10% der Floheier bleiben im Haarkleid des Hundes haften. Ein Großteil fällt beim Herumlaufen aus dem Fell. Deshalb sollten Sie bei einem Flohbefall nicht nur den Hund behandeln, sondern auch die Umgebung Ihres Tieres bzw. die gesamte Wohnung komplett reinigen. Waschbares sollten Sie auf jeden Fall waschen und Teppiche und Polstermöbel gründlich absaugen.


Um einen Flohbefall zu behandeln, eignen sich meist die gleichen Mittel wie gegen Zecken. Diese sollten dann über einen längeren Zeitraum angewendet werden, um eine Wiederansteckung zu verhindern. Wer einen Befall grundsätzlich ausschließen möchte, sollte den Flohschutz über das ganze Jahr aufrechterhalten. Falls Sie es nicht schon getan haben, sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt über die beste Variante für Ihren Hund.


Weitere Informationen finden Sie auch auf www.zecken-im-fell.de.

Schmerztherapie

Hunde empfinden Schmerzen – wie wir Menschen. Mitunter leiden sie noch mehr, denn sie wissen nicht, warum ihnen etwas wehtut. Und erst recht nicht, dass man etwas gegen Schmerzen unternehmen kann. Haben Hunde Schmerzen, äußern sie ihr Leiden nur selten deutlich. Bei unbehandelten Schmerzen kann Ihr Hund jedoch ein so genanntes „Schmerzgedächtnis“ entwickeln und dadurch dauerhaft leiden – auch wenn die körperlichen Ursachen bereits verheilt sind. Deshalb ist es wichtig, dass Sie Schmerz-Anzeichen früh erkennen, um Ihrem Tier zu helfen und seine Lebensqualität wieder zu steigern.

Schmerzen erkennen

Schmerzen können sich sehr unterschiedlich äußern – je nach ihrer Ursache. Verletzungen wie Knochenbrüche oder Bandscheibenvorfälle wird Ihr Hund wahrscheinlich deutlich durch Jaulen oder Lecken und Kratzen an der betroffenen Körperstelle zeigen. Chronische Schmerzen wie beispielsweise bei einer Osteoarthrose die mit einer zunehmenden Zerstörung bzw. dem Verlust von Gelenkknorpel einhergeht, können aber leicht übersehen werden.

Anhand der folgenden Fragen können Sie feststellen, ob Ihr Hund Schmerzen hat:

  • Verhält sich Ihr Hund auffallend aggressiv? Vor allem wenn Sie ihn an bestimmten Stellen berühren?
  • Möchte er nicht mehr hochspringen, etwa aufs Sofa oder ins Auto?
  • Hat er Probleme beim Aufstehen, besonders morgens?
  • Fällt ihm Treppensteigen schwer?
  • Zeigt sich bei Ihrem Hund eine verminderte Aktivität oder allgemeine Abgeschlagenheit?
  • Fühlt sich sein Fell rauer oder struppiger an?
  • Frisst er weniger?
  • Ist sein Gang steifer geworden? Hinkt er beim Laufen?
  • Zeigt sich eine deutliche Lahmheit und Bewegungsunlust?

Schmerzen behandeln

Können Sie mehrere Fragen bejahen, zeigt Ihr Hund also Symptome, sollten sie sich an Ihren Tierarzt wenden. Nach einer gründlichen Untersuchung kann er die Schmerzursache ausmachen und in den meisten Fällen auch behandeln. Gegebenenfalls ist eine Behandlung der Schmerzursache jedoch nur bedingt möglich, etwa bei Osteoarthrose. Ein operativer Eingriff ist unter Umständen unerlässlich. Chronische Schmerzen können zudem im Rahmen einer Schmerztherapie eingeschränkt werden.


Zur Schmerzkontrolle und Entzündungshemmung kann der Tierarzt hierbei so genannte nicht-steroidale Antiphlogistika (NSAID) einsetzten. Diese Medikamente erhöhen die Lebensqualität – und die Bewegungsfreude Ihres Hundes kehrt zurück. Da bei Arthrose oft eine Dauertherapie zur Schmerzlinderung nötig ist, müssen die Medikamente nicht nur gut wirksam, sondern auch über eine lange Zeitspanne gut verträglich sein.


Zusätzlich sollten sie auf die Ernährung ihres Hundes achten. Denn Übergewicht verstärkt die Belastung der Gelenke, Bänder und Knorpel, erst recht bei schon bestehenden Gelenkschäden und Arthrose.


Weitere Informationen zu Schmerzen bei Haustieren finden Sie unter www.i-tis.de.

Erste Hilfe beim Hund

Bei einem Notfall ist es zunächst wichtig, dass man selber Ruhe bewahrt und besänftigend auf das Tier einwirkt. 

Bewusstlosigkeit: In diesem Fall ziehen Sie zuerst dem Hund die Zunge aus dem Fang, damit er nicht erstickt und streifen Sie ihm das Halsband ab. Dann lagern sie seinen Kopf schräg nach unten, damit Blut, Schmutz und Erbrochenes nach außen abfließen kann.

Starke Blutungen: Legen Sie einen Druckverband an, um die Blutung zu stoppen.

Hilfe holen: Telefonnummern mehrerer Tierärzte aus der Umgebung sollten stets bereit liegen, ebenso die Telefonnummern der Giftnotrufzentralen. Der Tierarzt kann dann bereits wertvolle Tipps für die Erstversorgung des Hundes geben, bis der Hund in die Praxis gebracht werden kann.

 

 

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